Sebastian Hänel über: 2. Zanderkant Festival Elbe 2016

Am letzten Juniwochenende fand in der niedersächsischen Elbtalaue das zweite Zanderkant Festival statt. Die 15 freigegebenen Plätze waren schnell intern ausgebucht und so fieberten alle Teilnehmer, die quer aus dem Land und sogar aus der Schweiz und Luxemburg anreisten, dem drei tägigen Intensivseminar entgegen.

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Wie immer sind die Erwartungen an die Fangerfolge immer sehr hoch. Da Zander aber oft recht unbeständig beißen, ist der Vorteil eines drei tägigen Events immer der, mindestens eines der Fressfenster zu treffen. Das Jahr 2016 ist wettertechnisch sehr wechselhaft und im Juni rollten fast täglich Gewitter über uns hinweg.

Das erste Fischen nach der Anreise am Freitagnachmittag diente auch in diesem Jahr einer Bestandsaufnahme über die Entwicklungsstadien und Fähigkeiten im Umgang mit Fluss und Spinnrute. Da die meisten Teilnehmer aus dem internen Kreise des Zanderkant-Manifestes stammen, war die Gruppe recht fit und befischte die ersten Plätze nach kurzer Einweisung sehr souverän und selbstsicher.  Und das trotz heißer, schwüler Luft -am Himmel kündigte sich bereits das erste Hitzegewitter am Horizont an. Zwei Hechte konnten bis dahin von Norbert aus Luxemburg und Devin aus Sachsen Anhalt gelandet werden. Zwei Zanderbisse gingen als nicht verwertet in die „Wertung“.

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Das Gewitter ging herunter als wir alle gemeinsam beim Abendessen saßen. Nach dem Guss stabilisierte sich die Luft wieder und ich war guter Dinger, am Abend an flachen Buhnen ein paar Fische an den Teilnehmer zu bekommen. Das gelang Thomas, der mit dem ersten Zander des Festivals den Einstieg schuf. Petri

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Auch Devin schlug zu und konnte auf einen 9cm Zanderkant Juniorkauli einen großen Rapfen landen. Was für ein starker Fisch!

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DSC_0250Der nächste Tag startete mit einem ausgiebigen Frühstück in der Runde und ging dann im Seminarraum mit dem zweistündigen Diavortrag zum Thema Flusszander, ihrem Verhalten und wie wir dieses anglerisch nutzen können, weiter.

Nach dem Mittagessen dann auf zur Elbe. Das Wetter war sehr unbeständig und ständig standen dunkle Gewitterausläufer am Horizont. Auch wenn wir von Regen verschont blieben, hatten die Zander absolut keine Reaktion gezeigt.

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Die Luft war drückend und machte selbst uns motivierte Angler träge und müde. Einen Fisch der ganz zaghaft biss, ging im Drill auf halber Strecke verloren und ein Kapitaler ebenso. An solchen Tagen ist leider, trotz großer Anstrengungen, nichts zu machen. Als am Abend das Essen an den Buhnen serviert wurde, war das Wetter wieder besser und vor allem der starke Wind endlich weg, die Beißlust der Zander kam aber erst am Sonntag wieder in Wallung.

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Sonntag war das Wetter heiter und zum Glück wieder beständig.

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Die Bisse begannen zaghaft und von den ersten beiden im Drill verlorenen Zandern, blieben leider nur die markanten Bissspuren im weichen Gummi übrig.

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Zum Mittag dann der erste Zander. Zum Nachmittag gesellten sich dann noch 3 weitere Zander dazu und 3 gingen leider im Drill verloren.

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Viele Teilnehmer reisten leider schon Sonntagmittag ab, sodass wir die gute Fressphase der Zander, deren Hochpunkt am Nachmittag erreicht war, nur noch mit wenigen Anglern angehen konnten, die aber dann alle Kontakt zum Zielfisch hatten.

Es ist immer sehr spannend zu beobachten, wie stark sich Aktivität und Beißverhalten von Zandern nach der Wetterlage richten und dies dann mal ausgiebig über drei Tage beobachten zu können.

Das Zanderkant Festival 2017 könnte diesmal am NOK stattfinden. Die Sondierungen dazu laufen.

Petri von der Zanderkant

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel über: Zanderangeln im See – Finden heißt Fangen

 Zanderangeln im See stellt uns immer vor besondere Herausforderungen, denn die aktuellen Standtiefen der Fische müssen passend zum Gewässer und der Jahreszeit immer erst ermittelt werden.
Zanderkantler Philipp Feist hatte das Glück an einer unserer schwierigen Talsperren Anfang Juni einen tollen Kapitalen zu erwischen.

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Randnotitz: Kapitale Zander sind immer eine Frage der Gewässerkenntnis und Ausdauer! Wer es schafft, an einem Revier mit Potenzial für Große, mehrmals die Woche über mehrere Stunden zu fischen, bekommt das nötige Gefühl für die aktuelle Lage und erarbeitet sich dann über den Faktor Zeit seine Kontakte.

Trotz des hohen Bestelldrucks im Shop hat Philipp sich die nötige Zeit (einen kompletten Angeltag an einem uns seit Jahren bekannten Gewässer) genommen, um dann die Belohnung, in Form eines Großzanders, über den Kescher führen zu können.

Ich hingegen habe es nicht wirklich an meine Topreviere wie Elbe geschafft, obwohl die Bedingungen vom Pegel her perfekt waren, um sich seinen Fabelfisch abzuholen. Andere, wichtigere Dinge standen an. Denn wir kaufen uns ein Zanderkant-Boot! Dies soll aber schon was spezielles sein. Stabil, leise, schnell, leicht, günstig und mit vielen praktischen Dingen ausgestattet. Dazu setzten wir uns mit dem schwedischen Hersteller Scandica.se zusammen und reisten daher zur Deutschlands Topzanderzeit nach Schweden, um vor Ort die Details auf dem Wasser auszuarbeiten. Was muss das muss.

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Zanderangeln stand natürlich dabei auch auf dem Programm. Das ist natürlich das Beste, wenn man Produktivität mit Angeln verbinden kann. Die Suche von Zandern an neuen, uns völlig unbekannten Revieren stellt allerdings immer eine besondere Herausforderung dar. Im kalten Schweden gibt es tausende Seen, aber nur wenige von ihnen bieten unseren Zandern überhaupt die benötigten Lebensbedingungen und beherbergen daher einen brauchbaren Bestand. In der Nähe von Ullared gibt es einen kleineren See, der durch Nährstoffeinträge von umliegender Landwirtschaft über seinen Einlauf eine besondere Trübung und sogar Schwebstoffe, sowie schwache Algenblüte aufweißt.
Allerdings ist der See wie eine langweilige Badewanne beschaffen und hat hier und da eine Insel.

Aus unseren Erfahrungen im Stillwasser wissen wir, dass nicht immer nur die Struktur, sondern die passende Standtiefe, auf der die nachtaktiven Zander am Tage ihre passive Phase verbringen, darüber entscheidet, ob man fängt oder hart abschneidert. Also verschafften wir uns zunächst einen Überblick über das völlig unbekannte Gewässer. Kantenverläufe, Tiefenniveau, Nord- Südseite, Fischschwärme ect., um uns dann auf die passenden Ankerplätze zum Werfen festzulegen.

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Einfach drauflos angeln ist beim Zander leider zu oft der falsche Weg. Da wir das Verhalten des Zanders über Jahre studiert haben, wissen wir wie sich dieser spannende Fisch verhält und kommen somit auch in neuen Angelsituationen recht schnell zu einem funktionierenden Plan. Wir entschieden uns bei einer Maximaltiefe des Sees von 14m, bei herrschender Trübung, Lichteinfall und Jahreszeit (Wassertemperatur von 18 Grad) auf eine Angeltiefe von rund 6m.

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Zweiter Ankerplatz auf der 6m Kante mit direktem Verbund zum flachen, verschilften Ufer, auf die die Zander nachts zum Fressen ziehen können und Treffer!

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Würfe die Parallel über 5 bis 7m liefen brachten die dort abgeparkten Zander aus dem Konzept. Und so konnten wir mit dieser Strategie so richtig abräumen und fingen im zweistelligen Bereich mit richtig guter Frequenz.

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War ein Platz ausgeklatscht, suchten wir uns neue Ankerplätze nach demselben Schema und wurden fast an jeder neuen, exakt ausgewählten Stelle, für das präzise Abstellen des sehr stabil und kippelfrei stehenden Bootes, belohnt. Da wo man die Möglichkeit hat, viele Bisse am Tag zu bekommen, lassen sich Tests und Aussagen über die Quote der sauber gehakten Fische und damit sicher verwerteten Bisse sagen. In solchen, seltenen Phasen sind wir wieder sehr erstaunt über die hohe Treffsicherheit und damit Hakeffizienz unseres Greifers.

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Wie überall, wo man viele Zander fangen kann, ist die Durchschnittsgröße eher im Küchenmaß. In den kalten Gewässern Skandinaviens wachsen die wärmeliebenden Zander oft auch kaum zu kapitalen Größen ab. Ein Einheimischer berichtete uns nach dem genialen Angeltag, dass in diesem See wohl bei knapp 70cm das Ende der Fahnenstange erreicht sei. Er sitzt meist mit Köderfisch am hauseigenen Steg und begrüßte uns beim Slippen des Bootes.

Immer wieder spannend mal komplettes Neuland zu betreten. Ein weiterer interessanter Fakt hatte sich auf der Kurztour auch herausgestellt. Im diesem leicht moorigen, orange schimmernden Wassers, waren alle Gummifische die UV-Anteile in den Dekoren hatten Chancenlos!
Der Köder schimmert dann sehr seltsam und unnatürlich. Die einzigen Farben, die wirklich zündeten und voll  aus den Absinkphasen geschlagen wurden, waren der UV-lose Goldglitter und Sandmann. Sehr spannend und zeigte uns, dass man immer wieder neue Erkenntnisse beim Zanderangeln gewinnt, wenn man Neuland betritt. Und wenn es nur die genialen Farben der finsteren Moorzander sind.

In diesem Sinne, Petri von der Zanderkant.

Sebastian Hänel

P.S.: Wer mehr über den Zander im Allgemeinen oder das Zanderangeln im See wissen möchte, dem kann ich nur mein kostenloses Videocoaching ans Herz legen.

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Sebastian Hänel über: Start in die Zandersaison mit Tücken

Der Juni ist für uns Zanderangler DER Monat des Jahres. An den meisten Revieren beginnt der Start in die Zandersaison und zumindest an den Flüssen sind alle Milcher mit der Brutpflege fertig und haben ihre Nester verlassen.
Ich hatte am zweiten Juni das Vergnügen einen Tag für mich allein an der Elbe zu angeln. Dieser Fluss ist zu dieser Jahreszeit besonders schön und die Chancen auf gute Zander hoch, da die Fische aufgrund warmen Wassers einen hohen Stoffwechsel haben und dadurch viel in Bewegung sind.

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Gerade in den mitteltiefen bis flachen Buhnen, an den Übergängen von den tiefen Außenkurven zu den flachen Innenkurven trifft man oft auf Zander. Das Wasser ist wie jedes Jahr zum Frühsommer hin sehr trüb, was die Beißfreude der lichtempfindlichen Räuber auch am Tage recht hoch hält.
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Sebastian Hänel über: Zanderangeln im kalten Wasser

Immer wieder läuft mein Köder über die heißen Stellen. Jeder neue Platzwechsel bringt wieder neue Hoffnung auf den ersehnten Biss. An vielen solcher kalten Tage gibt es nicht mehr als eine Chance pro Tag. Manchmal bleibt der erhoffte Biss auch gänzlich aus und man muss als Schneider von dannen ziehen. Umso größer aber auch die Freude wenn die Ausdauer belohnt wird und der Plan am Ende aufgeht.
Diesen Plan braucht man aber auch, denn Zanderangeln im kalten Wasser von Januar bis März ist eine tückische Angelegenheit. Unser so wärmeliebender Zielfisch verhält sich bei kalten Wassertemperaturen sehr passiv und ist weitgehend inaktiv. Heißt: er frisst aufgrund von geringem Stoffwechsel und daher geringem Energiebedarf sehr wenig. Die Fenster, in denen er frisst und sich bewegt sind eng gesteckt und fallen je nach Revier unterschiedlich aus. Maßgebliche Faktoren sind die Stärke des Lichteinfalls und noch mehr die Entwicklung der Wassertemperaturen. Zwei Beispiele von Angeltagen aus der letzten Zeit machen dies deutlich. In einer tiefen Talsperre hatte sich das Beißfenster auf die Mittagszeit beschränkt und an einem tiefergelegenen, strukturreichen Platz unterhalb der 12 Meter Grenze war von 11 bis 13 Uhr die Chance auf einen Zanderbiss am höchsten.
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Meiner Meinung nach liegt das am Lichteinfall. Zanderaugen sind lichtempfindlich und die Fische dadurch eher nachtaktiv. Dennoch habe ich an trüben Tagen in tiefen Gewässern zur kalten Jahreshälfte eine erhöhte Reaktion auf gefühlvoll am Boden angebotene Gummiköder in den Mittagsstunden entdecken können. Wenn die Wassertemperaturen konstant oder leicht steigend waren, zogen die Zander zur Dämmerung hin allerdings etwas flacher und waren ab und an auf Bereichen von weniger als 10m Tiefe zu finden.

Ganz anders verhielt es sich im Februar und März an der Mecklenburger Seenplatte. In trüben und vergleichsweise flachen Seen standen die Fische morgens tief und zogen Mittags auf flache Plätze. Dies konnte man allerdings nur an sonnigen Tagen beobachten. Im Winter ist hohe Sonneneinstrahlung ein böser Vorbote eines Schneidertages. Denn zu viel Lichteinfall macht die passiven Zander noch träger und sie lassen sich kaum für präsentierte Köder begeistern. Besonders in Gewässern um die 4 bis 5 Metern Tiefe, wo viel Licht am Boden ankommt, ist das der Fall. Sind diese aber recht trüb, so wärmt die Sonne die obere Hälfte der Wassersäule über den Tag etwas an. Die vielen Schwebepartikel sorgen untereinander für Reflexionen und damit genügen wenige Stunden Einstrahlung, um die Temperatur um bis zu 1 Grad zu erwärmen. Die Fische folgen als wechselwarme Tiere dieser Erwärmung und stehen plötzlich zur Mittagszeit auf flachen Plätzen. Dort lassen sie sich wärmen und ab und an gelingt trotz Sonne auch der Fang eines dieser nun etwas aktiveren Fische, wie Kollege Max im Februar bewies.
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Dies klappt aber nur in sehr trüben Gewässern, in denen der starke Lichteinfall aufs kalte Wasser gedämpft wird und nur geringfügig am Grund ankommt.

Ich hatte mich Anfang März auch auf den Weg an diese Naturseen gemacht. David Hagemeister von http://pronature-mv.de/fuhr mit mir und der Angel- und  Naturbegeisterten Sarah aufs Wasser.
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Der Tag war ebenfalls weitgehend sonnig und die Wassertemperatur lag morgens noch bei um die 3 Grad. Über den Tag verteilt fischten wir stufenweise flacher. Am frühen Nachmittag zeigte der Temperarturgeber im Echolot 3,8 G, also eine Erwärmung von 0,8 Grad. Wir fanden die Fische, dank Davids jahrelanger Ortskenntnis, die er auf vielen Seen der Müritzfischer gesammelt hatte, recht flott. Dennoch fielen die Reaktionen der Zander sehr verhalten aus.
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Mehr als kurze Anschieber und Anfasser waren leider nicht drin. Als die Sonne am Abend nur noch flach stand und der Lichteinfall runterging, schöpften wir wieder neue Hoffnung. Wir fischten ein kleines, mit 2,4m flach liegendes Steinfeld an, welches David kannte. Ich vertraute im nun schwachen Licht in Kombination mit dem trüben Wasser,dem hochfrequent aber dennoch ohne Druckwelle laufenden, aber sehr stark UV-Aktiven Zanderkant-Kauli im Dekor „Reaktor“ am 10gr Kopf. Dieser reflektierte das nun schwächer werdende ultraviolette Licht und hatte in der Dämmerung und bei wenig Lichteinfall schon oft als Joker fungiert. So auch an diesem harten Angeltag. Ein sachter Biss in der kurzen Absinkphase und schon stand ich, dank der schnellen Rute, im Drill mit einem starken Fisch, der am flachen Platz das Wasser an der Oberfläche mehrere Sekunden am Stück schaumig schlug. Nach mehreren Stunden Sonnenbad hatte der Zander auch genug Energie tanken können.
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Plötzlich fiel der Druck ab und die Freude, dass ich trotz schwerer Bedingungen, unter langer Ausdauer und Verfolgung einer bestimmten Strategie, noch einen Fisch erwischt hatte, war riesig! Das Zanderangeln im kalten Wasser ist eine echte Herausforderung.
Nach Einbruch der Nacht kühlen die flachen Bereiche schnell wieder aus und die Zander ziehen sich ins tiefere Wasser zurück. Verhalten sich also völlig anders, als zu anderen Jahreszeiten, wo sie am Tage tief stehen und erst mit Einbruch der Nacht, also nach Verschwinden des Lichts, ins flache Wasser ziehen. Am nächsten Tag war es trübe und wir waren guter Hoffnung die Fische auf den tieferen Kanten zu finden. Wäre nicht ein eklig- und eiskalter Nordostwind aufgekommen, der alle 3 Boote, die an diesem Tag auf dem Wasser waren, hat schneidern lassen. Das Wasser kühlte noch mehr ab und die Zander machten komplett dicht, da sie ihre Aktivitäten auf Null runterfuhren.

Wenn es wieder auf Südwind dreht, die Wassertemperaturen endlich zu steigen beginnen und die 8 Grad Marke erreichen, sollte eine weitaus bessere Phase beginnen, da die Aktivität der Fische dann wieder zunimmt und diese dann mehr Energie brauchen. Warten wir es ab. Aktuell herrscht Unterwasser aber noch starrer Winter, obwohl wir schon Mitte März haben.
Diese Fälle zeigen, dass man jede Angelsituation neu bewerten und einschätzen muss. Daher ist das Wissen um die Verhaltensweisen des Zanders und wie diese von der aktuellen Situation vor Ort beeinflusst werden auch so enorm wichtig, um auch dauerhaft und an schweren Gewässern erfolgreich zu sein. Mehr Informationen über die Strategien und die Verhaltensweisen der Zander halte ich im wöchentlichen E-Mail Coaching bereit.

Trage dich ein und erhalte von mir regelmäßig diese Videolektionen per E- Mail.

Petri

Sebastian Hänel

Zanderangeln in Spanien – Das erste Mal am Rio Ebro

Schon seit einiger Zeit verspürten Philipp Feist und Sebastian Hänel, die Köpfe vom Team Zanderkant, den Drang nach einer Reise an die spanischen Ebrostauseen, die europaweit für ihre reichhaltigen Zanderbestände populär sind. Durch die Einladung  von Taffi-Tackle-Tours im Januar kam im November die Reise an das geniale Revier zustande. Anstatt einen Blogeintrag in Form von Text und tollen Fotos über den Trip zu veröffentlichen haben die Beiden ein Video gedreht, welches Sebastian nun fertig geschnitten hat.

Viel Spaß beim Anschauen und eventuell auch beim Zanderangeln in Spanien! 😉

 

Sebastian Hänel über: Zanderangeln im Herbst – Stillwasser

Der Herbst läutet jedes Jahr einen Wandel in der Natur ein. Zunächst wird alles farbenfroh und daraufhin zunehmend trister, grauer und vor allem kälter.

Unsere Zander sind von dieser Veränderung, genauso wie der Rest der Natur und alle darin befindlichen Ökosysteme betroffen und verändern ihre Rhythmen, Fressphasen und vor allem ihre Standplätze. Dieses zu erkennen und anglerisch zu nutzen ist nun der Schlüssel um weiterhin hart am Zander zu sein.

Sebastian Hänel mit Zander

Kein anderer Gewässertyp ist davon so sehr betroffen wie unsere Talsperren und Stauseen, die sich über das gesamte Land verteilen und je nach Nährstoffeintrag mehr oder weniger gute Anlaufstellen für Zanderfans sind.

Wir vom Team Zanderkant (Sebastian Hänel und Philipp Feist) und unsere Freunde beobachten landesweit ab ca. Mitte Oktober, dass sich die Tagstandplätze der Zander auf ein tieferes Niveau verlagern. Somit tauchen große Freiwasserzander, die im Sommer gern noch im bestimmten Temperatur und Sauerstoffschichten des Freiwassers standen und viel umher zogen, plötzlich hart am Grund auf, wo sie an bestimmten Strukturen ihre passive Tagesphase verdämmern. Die wärmeliebenden Hundszähne werden mit abnehmenden Wassertemperaturen langsamer, da ihr Stoffwechsel fällt. Nun schlägt unsere Zeit! Vor allem dann wenn wir die Fische vom Boot aus mit passiver Technik, wie dem gefühlvollen Vertikalangeln befischen können.

Zanderkant Vertikalrute

Die Kombination aus dieser langsamen Methode, unserem großen, aber dennoch schlanken und ohne große Druckwelle laufenden Zanderkant-Megakauli und dem 6/0er Zanderkant-Greifer am 28gr schweren Kopf haben uns tolle kapitale Zander und vor allem geniale Erlebnisse auf dem Wasser beschert und beeindruckende Fänge in diesem Herbst ermöglicht.

Philipp Feist vom Team Zanderkant

Aber unsere Philosophie lautet nicht, dass es ein spezieller Köder ist, der den Fisch fängt, sondern der Angler, der es versteht die nun richtigen Plätze zu erkennen und diese sauber und gefühlvoll anzufischen. Darunter fällt das richtige Positionieren des Bootes, das Erarbeiten der aktuell richtigen Fangtiefe (die aktuell, je nach Trübung des Gewässers am Tage unter 10 Meter liegt), sowie das Gefühl für die Präsentation des Verführers am Zander zu haben.

Und natürlich das Quäntchen Glück, denn Zanderangeln auf Kapitale ist keine berechenbare Wissenschaft, sondern lässt sich höchstens durch Erfahrung gepaart mit Ausdauer immer weiter optimieren.
Besonders glücklich sind wir darüber kürzlich einen Prachtfisch von 94 Zentimetern gelandet zu haben. Philipp Feist hat diesen Traumzander unter viel Geduld und Erfahrung aus einer schwierigen Talsperre vom Grund gezogen.

Kapitaler Zander gefangen durch Philipp Feist von Zanderkant

Auch wenn sich die Fische tagsüber und besonders bei starkem Lichteinfall bei nun auch sichtigerem Wasser sehr passiv verhalten, beginnen sie nach Einbruch der Dunkelheit mit dem Ziehen und aktiven Jagen. Dann befischen wir flachere Stellen wie Plateaus oder flacher abfallende Ufer sehr erfolgreich beim Werfen im Dunklen auf Zugzander. Flacher bedeutet dann einen Fangbereich von ca. 7 Metern, wenn sie am Tage auf ca. 12 Metern standen. Diese Formel der Stand- und Zugtiefen muss dann für jeden See und seinem Tiefenniveau, sowie Wassertemperatur und Sichtigkeit des Wassers durch Suchen, Testen und ausdauerndes Beangeln speziell herausgefunden werden.

Zanderkantkauli Rauchglitter erfolgreich

Text und Bilder Sebastian Hänel und Philipp Feist von Zanderkant

Sebastian Hänel über: Flusszander im Spätsommer

2015 zeigt der Sommer einen besonders langen Atem und zeigt sich bis in den Oktober hinein mit Sonne und T-Shirt Wetter bei Windstille. Traumhaftes Wetter mit Genussfaktor, wo sie Seele so richtig baumeln kann. Besonders wenn man sich Zeit freischaufeln kann, um in die malerischen Elbtalauen zu fahren.
Der Fluss hat sich allerdings schon auf Herbst umgestellt. Das Wasser ist deutlich sichtiger geworden und somit fällt viel vom goldenen Spätsommerlicht auf den Grund der generell recht flachen Elbe.

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Da das Niedrigwasser noch immer anhält und sogar nochmals absackte, gibt’s an sonnigen, ruhigen Tagen besonders viel davon auf die Lichtempfindlichen Zanderaugen. Dementsprechend überschaubar fällt auch das Beißverhalten unserer Zander am Tage aus. Sehr verhalten, bis gar nicht!

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Wenn einer der Glaßaugen bei den hellen Lichtverhältnissen, die am Grund des Stroms oder der Buhnenköpfe herrschen, den Köder ins Visier nimmt, dann ist kein Vollbiss zu erwarten. Höchstens ein Überschieben aus Neugieriger mit geschlossenem Maul in der kurzen Absinkphase. Mit etwas Glück und guter Reaktion bekommt man dann einen solchen Fisch von außen am Unterkiefer gehakt.
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Hechte auf Krawall!
Viel effektiver fällt die Angelei auf Hecht aus. Die Sichträuber drehen im zum Herbst aufklarenden Wasser nun so richtig auf und können unsere Köder schon aus der Distanz sehen und wahrnehmen.
Entsprechend hoch kann dann die Bissfrequenz ausfallen. Besonders wenn die Rückwasser der Prallseiten an den Buhnenköpfen angeworfen werden. Nicht selten folgt dann bereits beim ersten Wurf der Biss!

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Bei Sonnenschein haben sich Dekore wie unser Goldglitter sehr bewährt und werden, selbst dann noch genommen, wenn die Räuber kaum aktiv sind und sich „sonnen“. Dann kommt es vor, dass selbst spritzige Hechte den Köder nur überschieben und von außen am Unterkiefer einklinken.

Keine Regel ohne Ausnahmen

Bei der letzten Tour am ersten Oktober bekam ich beim befischen eines tiefen Gleithanges einer Leitbuhne einen Anfasser, den ich glücklicherweise mit meiner harten, schnellen Rute in den Drill bekommen konnte. Tatsächlich bockte am Ende meiner Leine ein stattlicher end 70er Zander, der Mega sauer war, dass er es mit seiner Neugier dann doch etwas übertrieben hatte.

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Eigentlich hätte ich bei den Bedingungen erst ab dem Sonnenuntergang mit einem lichtscheuen Zander gerechnet, da sie dann erst aktiver werden und überhaupt auf die Köder reagieren. Aber man sieht das es beim Angeln zwar Richtlinien gibt, die im groben schon so passen, aber keine klaren Regeln. 😉

Elbwahrheiten

Zum Schluss noch eine Wahrheit über das Angeln an der Elbe, da viele, die noch nicht da gefischt haben, glauben man fängt sich da die Hucke voll. An einem durchschnittlich guten Tag bekomme ich 1 bis 3 Kontakte zum Zander, die alle hart erarbeitet sind. (bezogen auf die Elbe außerhalb der Tide) Wer jemals mit mir draußen war, wird das bestätigen können. Umso größer dann natürlich die Freude, um jeden einzelnen dieser tollen Fische.
Zum Abschluss des Angeltages, gab es dann tatsächlich noch den gezielt gefangen Zander bei schwächer werdendem Licht nach Untergang der Sonne. Dieser war zwar mit 48cm noch untermaßig, aber dennoch nicht verlegen darum sich unseren 16er Megatörtel vollgas wegzuziehen.

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In diesem Sinne noch  einige wunderschöne Restsommertage und Petri Heil – Ihr Sebastian Hänel

Sebastian Hänel über: Zanderangeln im Sommer – Stauseen

In Stauseen und Talsperren, sprich in vielen Stillgewässern, herrscht die weit verbreitete Meinung vor, dass sich Zander in diesen Gewässertypen erst so richtig im Herbst fangen lassen. Dann wenn die Räuber sich nochmal vor dem hereinbrechenden Winter den Bauch vollschlagen.
Mit diesem Mythos muss jetzt einmal anständig aufgeräumt werden!
Zander sind Fische die warmes Wasser lieben und erst bei hohem Stoffwechsel so richtig aktiv werden. Nur ist das finden der richtigen Angelplätze im Sommer nicht immer leicht, da die Fische viel ziehen und in Bewegung sind. Besonders in den Dämmerungen und Nachts ist das der Fall.
Daher sind Ausflüge, die bereits bei Sonnenaufgang beginnen, sehr ratsam.
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In dieser Phase sind Bereiche die von großen Flachgebieten oder Buchten ins Tiefere abfallen mit weiten Würfen großflächig abzufischen. Auch Landzungen haben zu der Zeit noch Potenzial. Besonders jetzt schlägt die Stunde der Uferangler, die nicht die Möglichkeit haben vom Boot zu fischen.
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Steigt die Sonne und der Lichteinfall am Grund wird stärker, ziehen sich auch die Zander in tiefere Bereiche zurück, kommen zur Ruhe und gehen in Strukturen hinein. Meist verdämmern sie dann den Tag und ruhen. Zu fangen sind sie dabei nur wenn ihnen ein einfach zu schlagender Köder direkt vorm Maul angeboten wird. Die präzise Technik des Vertikalangelns oder wenn der Einsatz des E-Motos idiotischer Weise verboten sein sollte, das Driftfischen dicht an den lokalisierten Strukturen, sind dann die erfolgreichsten Methoden und zeitweise sehr effizient.
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Somit lassen sich auch zur Mittagszeit bei Hitze und knallender Sonne schöne Zander der 70er Klasse wie dieser hier zu einer Attacke animieren.
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Wichtig dabei – der Köder, in dem Falle unser Megakauli im Dekor „Sandmann“ wird langsam genug und somit sehr gut einschätzbar für den Zander präsentiert.
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Neigt sich die Sonne gen Horizont, verlassen die Zander ihre Tageinstände und werden munter. Sie steigen ins Freiwasser auf und sind am Grund nicht mehr effizient zu befischen. Jetzt hilft nur mutig zu sein und in der Nähe der Strukturen, an denen sie am Tag dösten, den Wasserkörper im unteren Bereich des oberen Drittels auszukämmen. Schwere Köpfe bei langsamen Kurbeln garantieren, dass der Gummifisch auch konstant in der angepeilten Wasserschicht von z.B. 4 Metern Tiefe bei 9 Meter Grundtiefe arbeitet.
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Zander die aktiv sind und ziehen, attackieren auch aktiv geführte Köder! Später ziehen die jagenden Trupps dann weiter auf die flachen Strände, auf denen sie ihre Beute stellen und der Kreislauf schließt sich.
Wichtig ist, seinem Material vertrauen zu können. Wir schleppen nicht viel Gerät mit ans Wasser, dafür aber die richtigen Sachen, die sorgfältig ausgewählt und perfekt aufeinander abgestimmt sind. Infotexte zu unserem Material finden sich auf shop.zanderkant.de unter den jeweiligen Produkten.
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Damit das Zanderangeln im Sommer an Stauseen und anderen schwierigeren Stillgewässern Erfolg bringt, muss man immer am Fisch dran sein und im Verlauf des Tages ihm hinterher angeln. Das gilt auch für die Jahreszeiten, was die Tiefe der Tagstandplätze betrifft. Ist aber wieder ein anderes Thema.

Petri

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel über: 1. Zanderkant Festival Elbe/2015

Das erste Zanderkant-Festival war eine rundum gelungene Sonderveranstaltung, die es in dieser Form und Umfang so noch nicht gegeben hat. Hierbei handelte es sich um ein fast dreitägiges Intensivseminar über das gezielte Zanderangeln in großen Flüssen.

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Freitagnachmittag trafen sich alle Teilnehmer, die aus ganz Deutschland und sogar Luxemburg anreisten, an einem kleinen Ort an der Mittelelbe. Eine bunt gemischte Truppe aus Baden, Ostfriesland, Bayern, Berlin, dem Erzgebirge, Mitteldeutschland und von der Oder betrat erwartungsvoll und voller Tatendrang das malerische und naturbelassene Elbufer.
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Zunächst stand ein erstes gemeinsames Fischen auf dem Plan, an dem das Angelgerät eines jeden in der Gruppe besprochen wurde und die ersten Plätze und Rückströmungen der Buhnen unter Anleitung und Hilfestellung angefischt wurden. Da wir bei diesem ersten abendlichen Fischen in einem Wechsel der Großwetterlage von zuvor windig und trüb, auf klar und windstill steckten, lernte die Truppe gleich, dass selbst an guten Revieren die Zander auch mal komplett streiken können. Dafür entschädigte ein super Angeln in herrlicher Abendkulisse.
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Ein 80er Hecht konnte dennoch auf einem flachen Prallwasser gelandet werden. Auf die ist meist noch Verlass trotz Wetterwechsel. Nach dem ersten Abendessen beim Wirt der Unterkunft hinterm Elbdeich, wurde nochmal hart mit Wobblern und Gummi in die Nacht hinein gefischt. Der Ort des Festivals wurde danach ausgesucht, dass alles dicht zusammen liegt, sodass vom Esstisch im Hofgarten oder vom Einzelzimmer aus zu Fuß an die Elbe gelangt werden konnte.
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Auch dies brachte noch keinen Zander, da das Wetter einfach zu hart wechselte. Am nächsten Morgen war die neue Wetterlage bereits stabilisiert und Christian wagte sich schon vor dem gemeinsamen Frühstück zurück auf die vorher besprochenen Buhnen, die bei diesem aktuell extremen Niedrigwasser noch aussichtsreich waren. Prompt wurde er mit seinem ersten Elbzander belohnt. Ein strammer Fisch mit 65cm, der den ersten gefangenen Zander des Zanderkant-Festivals einleitete.
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Nach dem Frühstück startete der Theorieteil des Intensivkurses mit einer knapp 2 stündigen Diapräsentation, die auf das Finden, Erkennen und Befischen von Zanderstellen in Flüssen spezialisiert war und anhand von Bildern, in die Pfeile hineinliefen, erläutert wurden. Bei Kaffee und Getränken wurde gespannt den Ausführungen von Sebastian Hänel gelauscht, der vorher noch jeden Sitzplatz mit einem Kontingent aus Zanderkant-Kaulis in den aktuell fängigen Farben für die Elbe und Greifern in drei Klassen ausstattete.

Nach dem Mittagessen ging es dann hoch motiviert und bewaffnet mit neuem Material ans Wasser. Eine neue Strecke stand im Fokus, sodass bei jedem Trip an den Fluss ein neuer Abschnitt kennengelernt werden konnte.
Marco und Robert nahmen sich die Taktik des Ausangelns eines Zanders an einem guten Platz zu Herzen und befischten stur zwei Leitbuhnen mit reichlich Rückstrom, ohne die Stelle wieder zu verlassen. Sie stellten sich sogar Klappstühle auf die Buhnen, von der sie die Faulenzertechnik im wahrsten Sinne des Wortes sehr lässig praktizierten. Zuerst zündete diese Variante bei Marco, der bereits nach einer Stunde seinen ersten Elbzander landen konnte und sich tierisch über seinen erarbeitenden Fisch freute.
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Mit den anderen Gästen wanderte Sebstian interessante Stellen im weiteren Flussverlauf ab, sodass wir am Ende sehr weitläufig verteilt waren und jeder genug Platz zum Abfischen verschiedener Buhnen hatte. Alle fischten mittlerweile sehr sicher und konzentriert ihre Bereiche ab und Sebastian hatte viel zu tun, von Teilnehmer zu Teilnehmer zu wandern, um mit jedem zusammen dessen individuellen Fragen und Probleme, die noch da waren oder an neuen Stellen aufkamen, zu klären. Daniel ging der nächste Zander auf den Leim.
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Rudi gelang es mit dem neu erlernten Anfischen des Buhnenkopfes im Strom einen tollen knapp 70er Zander dingfest zu machen.
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Auch ein Hecht bei Rudi und Olaf ließ sich noch blicken und Sven aus dem Erzgebirge konnte sich auch noch über einen Zander freuen.
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Zum Abend wurde das Essen direkt an die Buhnen geliefert. Ein Highlight bei diesem genialen Sommerwetter in der Kulisse des naturbelassenen Elbtalaue.
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Nach dem ausgiebigen Mahl ging es zurück auf die Buhnen. Robert nahm wieder Platz auf seinem Stuhl und warf wieder die gleichen Bahnen, wie den ganzen Nachmittag zuvor. DSC_0056 Diese abgebrühte und zugegeben mutige Gangstertaktik des Ausangelns eines Fisches machte sich kurz darauf noch bezahlt. Ein strammer, glatt 70er Zander, haute ihm aus dem Stuhl und glänzte nach erfolgreicher Landung im Abendlicht der untergehenden Sonne.
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Die stabile Wetterlage brachte uns eine recht gute Beißlaune der Räuber. Auch am 3. Tag wurde wieder gefischt, auch wenn ein Großteil der mittlerweile sehr kollegialen Gruppe bereits morgens und nach dem Mittagessen, welches wieder direkt an die Buhnen geliefert wurde, die Heimreise antreten musste. Insgesamt hatten wir am Ende 9 Zander, 5 Hechte, einen kleinen Waller und zwei Rapfen auf der Uhr. Als Steven von der Oder nochmal intensiv 3 weit abgelegene Buhnen mit Sebastian abfischte, um mit ihm nochmal ausgiebig das Hineingreifen mit dem Kauli in den Hauptstrom, um den verlängerten Kopf der Buhne zu trainieren, fing auch Sebastian einen Zander. Einen Vorführfisch, der während dem Erklären voll auf den Megakauli einstieg und diesen voll wegpustete. Steven war begeistert und trainierte dann fleißig weiter, bis dieses nicht ganz einfache Manöver auch bei ihm sicher saß. Eine spezielle Technik die Sebastian Hänel für das Befischen des rasanten Hauptstromes entwickelte und die bei niedrigem Pegel sehr effektiv um die Mittagszeit, wenn die Zander passiv sind, angewandt werden kann. Vorausgesetzt man beherrscht sie.
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Text Sebastian Hänel

Sebastian Hänel über: Aktuelle Lage – Zanderangeln in Talsperren

Viele Talsperren und Stauseen beherbergen einen guten Zanderbestand, oder zumindest einen, der sich zu beangeln lohnt. Auch wenn das Wasser eher mitteltrüb ist und recht sichtig erscheint, haben die lichtscheuen Zander aufgrund größerer Tiefen eine gute Rückzugsmöglichkeit und bilden dennoch recht gute Populationen.
Leicht zu befischen sind diese Gewässertypen dennoch nicht, da sich die Fische auf einer großen Fläche und mächtigen Wassersäule verteilen können. Hinzu kommt das viele Talsperren wahre Strukturmonster sind, wo eine interessante Kant die nächste Jagd.

Das Wissen um den Zielfisch ist nun entscheidend um die Glasaugen aufzuspüren. Tagsüber stehen sie passiv an bestimmten Strukturen wobei die ganz Großen auch oft pelagisch in der Wassersäule „schweben“. Aktuell ist zu beobachten, dass die Fische in ihrer passiven Phase recht tief stehen. Um die 9 bis 11 Meter ist da keine Seltenheit. Es lohnt sich also aktuell diese Bereiche, die am Rande von Plateaus oder im direkten Zugang zu Flachbereichen liegen, auf die die Stachelträger zum Abend aufsteigen können, etwas intensiver und auch vertikal zu beharken.
So konnte ich am Abbruch eines großen Landzungenplateaus vertikal mit dem Megakauli am 17gr schweren Greifer einen kapitalen Zander aus der Hohenwarte Talsperre in Thüringen dingfest machen, was mich mega gefreut hat. Solch einen düsteren und grimmigen Fisch habe ich selten gesehen. Spannend war, dass er am Grund auf knapp über 10 Meter Tiefe auf ganz ruhig auspendelnder Präsentation eingestiegen ist und den 16cm Köder voll weg pustete!

Sebastian Hänel mit seinem erfolgreichen Zanderfang an einer Talsperre

Wichtig in etwas klareren oder nur mitteltrüben Stillgewässern ist den abendlichen Raubzug der Zander abzupassen und vor allem Übergänge von tiefen Ruheplätzen auf flache Jagdgebiete ausdauernd abzuwerfen. Denn jetzt werden die Räuber aktiv und kommen in Bewegung.

Team Zanderkant beim Zanderangeln an einer Talsperre

Zanderkant-Kauli fängt erfolgreich Zander an einer Talsperre
Karsten Schmidt von auenlandakademie.de

Je dunkler es wird, desto flacher laufen sie zur warmen Jahreszweit auf und umso besser reagieren sie dann auch auf die angebotenen Köder. So wie dieser Fisch, der nach Sonnenuntergang auf einem Plateau bei ca. 5 Metern Tiefe einstieg. Vorausgesetzt man hat die Ausdauer und weiß an welchen Strukturen ein Versuch im Sommer lohnt. Denn die Tiefen auf denen wir die Zander antreffen verändern sich von Monat zu Monat und wir müssen den Räuber regelrecht hinterher angeln. 

Auch an der Talsperre Pöhl sind die Fänge aktuell konstant und laufen nach den gleichen Regeln ab. Unser Zanderkant-Kauli im neuen Dekor „Gürkchen“ gibt mit seinem natürlichen Erscheinungsbild gerade im etwas sichtigeren Wasser aktuell eine sehr gute Figur ab und macht unseren alten Klassikern Rauch- und Goldglitter gerade schwer Konkurrenz an der Stillwasserfront.

Zanderkant Kauli fängt erfolgreich Zander
Gürkchen Kauli erhältlich: http://shop.zanderkant.de/

P.S.: Mein erlangtes Wissen gebe ich aktuell in einem kostenlosen Videocoaching weiter, um auch dir ein besseres Verständnis für die wesentlichen Dinge beim Zanderangeln zu vermitteln. 

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Sebastian Hänel

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