Lost Spots – Erfolg trotz Niedrigwasser

Wo ist nur das Wasser geblieben???

In den meisten Talsperren unserer Landes herrscht aktuell der niedrigste Wasserstand seit langem. Dieser ist teilweise Baumaßnahmen an Stauwerken, jedoch hauptsächlich dem geringen Niederschlag des ganzen Jahres geschuldet.

Welche Folgen hat dies für uns Angler?

Viele Angler schätzen diese aktuelle Situation als sehr schwierig ein und gehen, wenn überhaupt, mit wenig Hoffnung einen Fisch zu fangen, ans Wasser.

Doch eigentlich ist dieser Wasserstand gar nichts negatives, was unsere Fangerfolge angeht… Ganz im Gegenteil!
Wir sollten uns darüber freuen!

Denn endlich kommen wir an bestimmte Bereiche gut heran die bei Vollstau nur schwer zugänglich waren. Endlich können wir Strukturen wie alte Ruinen, Bäume im Wasser, oder Erhebungen auf der passenden Fangtiefe befischen.
Der nächste Vorteil den wir vor die Füße gelegt bekommen, ist ein komprimierter Fischbestand. Wo der Köder auch hinfliegt, vorausgesetzt der Tiefenbereich stimmt, gibt’s Bisse. Die Fische stehen eng und es ist nicht schwer die Räuber mit unserem Köder aufzuspüren.

Dazu kommt, dass man sein Gewässer einmal von einer ganz neuen Perspektive betrachten kann. Man kann sich einen Überblick über die Bodenbeschaffenheit verschaffen und neue Spots markieren, die man dann später, wenn wieder Normalwasserstand herrscht, befischen kann.

Wirklich spannend!

Es kann also wahre Sternstunden geben.

Vorausgesetzt es sind 3 wichtige Dinge gegeben…

1. Der Pegelstand muss konstant sein!
(wenn gerade frisch Wasser gezogen wird, sich also der Pegel senkt = sehr verhaltene Beißerei)

2. beständiges Wetter!
(bestenfalls trübes Wetter über 2 bis 3 Tage)

3. Die richtige Tiefe!
(hat man einmal seine Fangtiefe auf der sich die Fische momentan aufhalten gefunden, hat man an allen Plätzen an denen man jene erreicht, gute Chancen auf Fischkontakt!

Wir wünschen euch viel Erfolg und dickes Petri Heil für euren nächsten Trip an eure Talsperre oder Stausee im Niedrigwasserhimmel! ?

Herzlichst – Ihr Philipp Feist

Zander angeln im Winter! Was uns der Lichteinfall verrät.

Zander angeln im Winter! Was uns der Lichteinfall verrät.

Das Zander im Winter sehr tief stehen, stimmt nicht immer. Diesem Phänomen möchte ich hier mal auf den Grund gehen. Zanderangeln kann im Winter eine ziemlich knifflige Angelegenheit sein. Besonders dann wenn die Temperaturen abrupt abfallen, reagieren die so wärmeliebenden Zander sehr passiv und stellen ihre Bewegungsphasen ein. Haben sich unsere Zielfische an die kalten Temperaturen gewöhnt, kehren ihre Zeiten an denen sie ziehen und fressen wieder zurück. Diese gilt es nun zu treffen und sich auch von ein paar Stunden ohne Kontakt nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.

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In Stillgewässern lassen sich zur kalten Jahreshälfte eindeutige, wenn auch kurze Beißfenster zu den Mittagsstunden feststellen. Dann sind Weiterlesen

Herbsterwachen auf der Zanderkant

Wer das ganze Jahr und auch in den verschiedensten Gewässern, regelmäßig und unabhängig von der Jahreszeit, seine Zander fangen will, der muss die Zusammenhänge in der Natur mit dem Verhalten und den Gewohnheiten seines Zielfisches abgleichen. In den letzten Wochen erlebten wir einen Umschwung auf der Zanderkant. Plätze, die kürzlich noch Fische brachten, scheinen jetzt zu versagen. Der Herbst zählt bei den meisten Raubfischanglern als die beste Zeit des Jahres, um den Räubern nachzustellen. Für den Zander trifft dies aber nur bedingt zu, da dieser Fisch Wärme liebt und mit Rückgang der Wassertemperaturen seine Aktivtäten und daher auch seinen Bedarf an Futter eher reduziert als steigert. Dies wird besonders in den Flüssen und Kanälen deutlich, wo die Beißphasen der Zander nun deutlich kürzer ausfallen. Dort, wo das Wasser im Herbst durch Rückgang von Plankton klarer wird, verlagert sich die Fressphase unserer lichtempfindlichen Räuber dann auf die Dämmerung bzw. Nachtstunden.

Seen für den Tag

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Eine deutliche Verbesserung der Zanderbeißlage am Tag erleben wir nun allerdings in weitläufigen Seen und tiefen Talsperren. Dort sammeln sich mit Abnahme der Temperaturen die Fische zu größeren Trupps zusammen und stellen sich an tieferen Plätzen am Grund ein. Dort lassen sie sich, mit etwas Gewässerkenntnis oder mit Suchen, gut am Tage stellen. Wichtig dabei ist das Finden der richtigen Tiefenlinie und wo man diese auch vom Ufer aus erreicht wenn das bequeme Angeln vom Boot nicht möglich ist.

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Lichtflucht

Das unsere Stachelträger dann auch auf die Köder reagieren hängt mit dem geringen Lichteinfall in größeren Tiefen zusammen. Wo Fluss und Kanalzander aufgrund der begrenzten Wassertiefe nicht vorm Licht flüchten können, haben Seezander die Möglichkeit nun auf größere Tiefenbereiche auszuweichen. Je mehr Licht durchs Wasser dringen kann, desto weiter tauchen die Glaßaugen ab. Dies bedeutet, umso mehr Sonne und je klarer das Wasser, desto weiter unten muss der Kauli angeboten werden. Wer nun die zum jeweiligen Gewässer passende Tiefenlinie findet, auf der die Zander am Tage stehen, der kann mit etwas Ausdauer und Glück schöne Tiere, auch in schwierigen Revieren, fangen. Und das auch vom Ufer aus!

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Sauerstoff kehrt zurück

Da sich die oberen Wasserschichten in Seen mit der Abkühlung wieder mit den tieferen vermischen, ist der Sauerstoff nun auch wieder gleichmäßig verteilt und die sommerlichen Sprungschichten aufgelöst. Tiefen, die die Zander im Sommer wegen der Schichtungen nicht aufsuchen konnten, werden nun wieder lebendig. Dies muss man wissen, um seine aktuell laufende Zanderkant zu finden. Zander sind immer in Bewegung und wir Angler müssen es auch bleiben. Wir dürfen uns NIE auf einen Hotspot, der aktuell Fische bringt, längere Zeit verlassen und unser Denken flexibel halten.
Wo man im Sommer noch Fische fing, sind jetzt keine mehr. Immer am Zander zu bleiben ist und bleibt daher die große Kunst für alle Petrijünger, die kontinuierlich und zu jeder Jahreszeit die Fische fangen möchten. Ich hoffe, dass dieser Artikel Dir für deine zukünftige Entscheidungen am Wasser ein paar richtungsweisende Denkanstöße geben konnte.

Ein herzliches Petri Heil – Sebastian Hänel

Zanderkant Festival 2017 am Kanal

vom 21. bis 23. Juli 2017 stieg das jährliche Zanderkant Festival. In diesem Jahr fand das Event am Nordostseekanal im hohen Norden des Landes statt. Die 16 zanderbegeisterten Angler, die sogar aus Bayern und den Raum Stuttgart anreisten, fanden sich alle am Freitag im Tagungshotel ein. Die drei Tage standen dann für alle voll und ganz im Zeichen des Zanders.

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Unter Anleitung von Sebastian Hänel, der das Event mittlerweile zum dritte Mal ausrichtete, konnten bis zum Sonntagabend insgesamt 45 Zander mit einem Ausnahmefang von 96cm, 5 Barsche bis 40cm und sogar ein für den NOK seltener aber strammer Hecht gelandet werden. Alle waren begeistert und viele konnten die ersten Zander in ihrem Anglerleben fangen. Die Fische spielten trotz wechselhaften Wetter gut mit und zeigten sich “tock”freudig. Das ist der große Vorteil an einem 3-Tages-Event. Man trifft über diesen Zeitraum immer mindestens eine gute Beißphase der Fische.

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Das Hightlight ereignete sich gleich am ersten Abend. Als Sebastian zum Ausklang des Abends einen Wurf, parallel zur Steinschüttung, machte. Dazu montierte er den 12cm Zanderkantkauli im für die Dämmerung sehr fängigen UV-starken Dekor namens “Reaktor”. Der starke Fisch nahm den Köder auf halber Strecke und drückte dann mit seinem Gewicht und einzelnen Schwanzhieben die Schüttungskante entlang. Er ließ sich nur schwer in den Griff und vor allem vom Grund hochbekommen. Nach ein paar Minuten bangem Drills gab der Kanal-Gigant schließlich auf und zeigte weiß! Mit exakt 96cm Länge ist dieser Fabelzander nicht nur ein Traumfang, sondern stellt für den Nordostseekanal einen absoluten Ausnahmefang dar. Umso größer die Freude, dass dies während des Zanderkant Festival 2017 geschah.

Dieser Videotrailer zeigt Ausschnitte des nun schon dritten Zanderkant Festivals in knackig bewegten Bildern:

Das nächste Zanderkant Festival findet im Juli 2018 und aufgrund der tollen Fänge wohl wieder am NOK statt.

Unter folgendem Link gibt es alle nötigen Infos:

https://www.zanderkant.de/festival/

Sebastian Hänel über: Zanderangeln – Dem Sommer Zander auf der Spur

Für viele Petrijünger ist Zanderangeln zur warmen Jahreszeit, besonders im Sommer, ein stiefmütterliches Thema. Sie sind der Meinung, dass der Herbst die weitaus bessere Zeit ist, um den langsamen Jägern mit Erfolg nachzustellen.
Ich hingegen betrachte den Zander als totalen Sommerfisch. Zum einen mögen die Stachelträger warmes Wasser. Sie laufen erst bei Temperaturen ab 20 Grad zu ihrer höchsten Aktivität auf, sind dadurch viel in Bewegung und fressen mehr als im kälteren Wasser.
Zum anderen stellt diese hohe Aktivität der Sommer Zander uns Angler vor große Herausforderungen, denn die Fische müssen immer wieder neu gefunden werden.
Eine Generallösung hierfür gibt es nicht, da die Hotspots an jedem Gewässertyp völlig unterschiedlich sind.
Ganz entscheidend ist das Licht! Kein anderer Faktor beeinflusst die Standplätze und Aktivitäten von Zandern so sehr wie der Lichteinfall ins Gewässer!

Flach im Fluss
An der Elbe, die zu Beginn des Sommers durch starke Planktonbildung sehr eingetrübt ist, standen die Kammschupper an extrem flachen Plätzen – bedingt durch Niedrigwasser zudem noch sehr dicht am Strom, bzw. im stark bewegten, sauerstoffreichen Wasser. So brachte das Befischen von flachen Buhnenköpfen am Tag mit grellen Dekoren, wie unseren „Reaktor“ oder „Törtelgrün“, tolle Fische ans Band, während tiefe Buhnen keinen Erfolg brachten.

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Tief im See
In großen Stillgewässern sieht das schon wieder ganz anders aus. Hier ist das Wasser meist deutlich klarer und mehr Licht dringt zum Boden. Am Tag wird man daher keinen Zander an flachen Plätzen stehen haben. Selbst in der Dämmerung sind die Seezander noch recht tief. Dieser kapitale, 86cm lange Stachelträger, nahm unser sehr gedecktes „Nachtschatten“ Dekor auf einer ca. 10m tiefen Kante vor einem Plateau.

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Herren des Freiwassers
Aber nicht nur am Grund geht’s rund! Besonders in Seen mit extremen Wassersäulen, wo 20 oder gar 30m Tiefe keine Seltenheit sind, neigen Großzander dazu vereinzelt im Freiwasser herum zu geistern. Wer frühes Aufstehen nicht scheut und sich gern dem Experiment stellt, seine Köder im oberen Drittel des Wasserkörpers monoton durchzukurbeln, der kann sein blaues Wunder erleben. Besonders morgens, wenn das orange Licht der steigenden Sonne die Landschaft flutet, stehen die Chancen auf einen Zanderbiss bei dieser ungewöhlichen Technik ganz gut.
Philipp Feist erlebte beim gezielten Hechtangeln mit einem Großgummi im Freiwasser einen seiner wohl spektakulärsten Fänge. Der Köder war schon zu sehen, da schob sich ein Schatten an den Köder, der diesen auf Sicht wegzog! Der 6/0 Greifer griff unter der harten Knochenplatte des Oberkiefers und brachte den 95cm Fabelfisch in den Kescher! Der Wahnsinn!

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Angespornt von diesem Erlebnis versuchte ich es am nächsten Morgen allein und schmiss meinen 16cm Megakauli seelenlos aber motiviert über die Freiflächen des Sees. In der Nähe befand sich eine Landezunge, doch ich warf im tiefen “Niemandsland”, vor dieser Struktur umher. Bis knapp vor 09:30 tat sich nichts und ich tat Philipps Ausnahmefisch als glücklichen Zufallsfang ab. Aber Zander zeigen aus der Erfahrung heraus bestimmte Muster, aus der sie, einmal entdeckt, recht treffsicher zu berechnen sind.

Also blieb ich dran und fischte, je höher die Sonne kam, schwerer und damit tiefer. Mittlerweile lief mein Köder wohl auf 6m. Dann der Einschlag! Mit zittrigen Knien führte ich nach hartem Drill den Trümmerzander über den Kescher, der ihn gerade so fasste. Auch 95cm!
Nur einen Morgen später noch so einen Fisch dingfest gemacht zu haben ist einzigartig in der Geschichte des Team Zanderkant. Es gelang durch eine Verkennung, von frisch gewonnener Erkenntnis, unermüdlicher Ausdauer und Glück, welches beim Angeln immer zu einem gewissen Teil dazu gehört._DSC8874.

Steigt die Sonne weiter stellen sich die Zander wieder tief ein und verbringen den langen Tag recht passiv. Erst zum Abend, mit schwindendem Licht werden sie wieder aktiv und beginnen damit flach zu ziehen. Manchmal aber erst wenn es tatsächlich richtig dunkel ist!

Wobblerzeit
Zum Sonnenuntergang noch zwischen 8 bis 10m die Zander am Grund erwischt, geht mit fortschreitender Dunkelheit an diesen Plätzen nichts mehr. Ganz einfach weil man die Zander nun unterfischt. Auf die nun aktiven Räuber zündet jetzt nur noch eine aktive Angeltechnik. Ein Fall für flach laufende Wobbler.

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Hier ist jetzt Gefühl für die richtigen Stellen gefragt. Flache Strände an denen am Tag noch reger Badebetrieb herrschte, können genauso effektiv sein, wie ein steil abfallender Felsen, an denen die Glasaugen nun extrem dicht entlang ziehen, um Dort die Kleinfische an die Sackgasse heran zu drängen. Je nach Gewässer muss der jeweilige Fressplatz der Zander erarbeitet werden. Oftmals beginnt das beißen auf die flotten hardbaits erst wenn es komplett Dunkel ist. Der Übergang von Sonnenuntergang bis zur Dunkelheit ist oft schwierig und muss ausgesessen werden. Aber dann kann es verblüffend gut laufen und die Bisse erfolgen kaum 30 bis 50cm unter der Oberfläche und nicht einmal 2 m vom steinigen Ufer entfernt. Ruhig und sehr flach laufende Schwimmwobbler ohne Rasseln und wenig Druckwelle sind dann das beste Mittel.

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Man kann den Zandern im Tagesverlauf regelrecht hinterher angeln. Verknüpft man das Wissen über die Verhaltensweisen der Fische mit der dazu passenden Methode, ist der Fang des Sommer Zander auch kein großes Hindernis mehr.

Mehr Fachliche Informationen Hilfestellungen für verschiedene Angelsituationen auf Zander gebe ich im gratis Videokurs auf www.zanderkant.de preis.

Einmal eintragen und die kurzen lehrreichen Lektionen kommen einmal wöchentlich als E-Mail in dein Postfach.

Dickes Petri – Sebastian

Sebastian Hänel über: Zanderangeln im Juni zum Saisonstart

Das Zanderangeln im Juni zum Saisonstart ist besonders im Fluss so einfach wie das ganze Jahr nicht mehr, weshalb sich dieser Artikel hier nun auch um das Finden und Fangen von Zandern im Fluss drehen wird.
Zu keiner Jahreszeit ist es so leicht kapitale Stromritter ans Band zu bekommen wie in den ersten beiden Juniwochen. Dies trifft besonders für die Elbe, aber auch für die Oder, den Rhein und auch die kleineren Flüsse zu.

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Fangfaktoren

Warum das so ist, liegt maßgeblich an dem jetzt durch Planktonbildung sehr trüben Wasser und daran, dass unsere Zander als Weiterlesen

Sebastian Hänel über: Zanderangeln – Der Einfluss der Wassertemperatur

Bis Ende Februar hat sich das Eis auf den Seen gehalten. Nur langsam steigen die Wassertemperaturen an. Wie extrem sich das auf die Standplätze der Zander auswirkt, habe ich in der Zeit deutlich zu spüren bekommen und möchte darüber berichten.

Wenn ich neue Gewässer auf der Suche nach dem spannenden Zander erkunde, sehe ich mich immer wieder mit Unsicherheiten konfrontiert. Das geht Dir bestimmt nicht anders. Die Fragen, die einen beim Zanderangeln quälen werden wohl immer die gleichen sein.

„Angel ich am richtigen Platz?“

„Habe ich den richtigen Köder im passenden Dekor dran?“

„Wo finde ich die Fische?“

Da ich meinen Ködern schon seit einer gefühlten Ewigkeit blind vertrauen kann und ich Farbe immer nach Gefühl und Erfahrung auswähle, sind ein Großteil dieser Unsicherheiten für mich geklärt. Doch die Frage nach den richtigen Plätzen bleibt jedes Mal aufs Neue die Entscheidende.

Spotsuche mit Umwegen

Viele begeisterte Zanderangler, die dem faszinierenden Raubfisch nachstellen, lösen diese Frage mit der Suche nach Strukturen im Gewässer.  Da wird dann das berühmte tiefe Loch oder die sagenumwobene Steilkante aufgesucht und unermüdlich befischt. Aber ist das immer richtig?

Als ich mich Ende Februar – Anfang März auf den Seen der Müritzfischer in Mecklenburg versuchte, wurde ich von der Realität auf dem Wasser wieder daran erinnert, wie wichtig der Faktor Wassertemperatur für das Finden eines Fangplatzes ist. Speziell Zander sind wärmeliebende Fische und sind daher in besonderem Maße von diesem Faktor bestimmt.

Ich tat mich zu Beginn meiner Tour recht schwer, die Fische an dem von mir relativ unbekannten Revier aufzuspüren. An tiefen Plätzen hatte ich keinen Biss, geworfen oder vertikal mit dem Köderfisch.

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Thermometer im Blick

Das Thermometer meines sehr schlichten Echolotes, welches ich hier nur zum Anzeigen von Tiefe und Temperatur mitführte, zeigte mir 5,2 Grad. Bei 4 Grad hat das Wasser seine größte Dichte und sinkt zu Boden. Also war es im tiefen Wasser um mehr als 1 Grad kälter als im flachen.

Aus diesem Grund wechselte ich meine Strategie und befischte eine große Flachwasserbank, die mit kleinen Steinfeldern besetzt war. Zander stellen sich oft in flachen Bereichen ein, besonders wenn das Wasser trübe ist. Da der Wind an diesem Tag auf diesem Ufer stand, schob er das in den letzten Stunden leicht erwärmte Oberflächenwasser darauf zu und lies es aufstauen. Mein Lot zeigte mir dort 5,6 Grad. Das verschaffte mir die nötige Motivation ausdauernd auf einer Tiefe von rund 2m meinen Gummifisch zu präsentieren. Ich fischte mit 7gr sehr leicht, um diesen Platz langsam genug beangeln zu können.

Die Erlösung!

Mein Kollege Stefan, der an diesem Tag im Scandica Boot Platz nahm und die Zandersuche unterstützte, bekam einen Anfasser. Das machte Mut weiter diese ungewöhnlich flache Strategie zu verfolgen. Kurz darauf in der Richtung, aus der der zaghafte Biss die Fische endlich verriet, der ersehnte Einschlag in meinem schnellen Blank! Ein schwerer Gegner krümmte die Rute und kam aufgrund des flachen Platzes schon nach wenigen Metern an die Oberfläche, um diese wütend schaumig zu schütteln. Ein Moment der mich ultra nervös machte!

Dann ging alles sehr schnell und wir konnten den Traumfisch beim ersten Versuch sicher in den Kescher einlöffeln. Der 18 Pfünder füllte diesen gänzlich aus, wurde sicher über die Bordwand gehievt und auf dem Neoprenmaterial des Bootes abgelegt. Jubel!

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Der Lohn aller Mühen, zwei bissloser Angeltage zuvor, an denen ich mich abgemüht hatte. Aber umsonst ist beim Angeln nie etwas, da man immer eine Erkenntnis mitnimmt. Hier, dass 1,4 Grad wärmeres Wasser (also bei 4 Grad am Grund um die 35% wärmer) ausreicht, dass Kanten und tiefe Bereiche verlassen werden, um sich auf 2m ganz unspektakulär ins Flache zu stellen. Wir hatten den ganzen Tag an den Fischen vorbei geangelt!

Den Köder hatte der alte Drache ohne Argwohn komplett inhaliert. Der Greifer in der Größe 3/0 wurde somit souverän von meiner schnellen Rute unters Dach genagelt. Immer wieder faszinierend so etwas zu sehen.

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Glücksritter?

Da ich bei weiteren Anfahrten an ein Gewässer mit Boot gern eine Nacht vor Ort bleibe, steuerte ich am Folgemorgen den Platz erneut an und montierte einen 16cm Zanderkant Megakauli am leichten 10gr Köpfchen, um damit am flachen Platz verführerische Absinkphasen hinzubekommen. Bereits nach dem ersten Wurf ruckte ein zackiger Absinkbiss meine Schnur stramm und kurz darauf umspannten die Gummimaschen meines Keschers erneut einen schönen Zander.

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Das war der Beweis für mich, dass die wenigen Zander, des wirklich nicht einfachen Sees, flach standen. Fische sind wechselwarm und stellen sich immer dort ein, wo sie sich am wohlsten fühlen und ihr Stoffwechsel besser arbeiten kann. Daher stehen große Zander im Sommer gern im Mittelwasser auf einer bestimmten Wohlfühlschicht. Doch so schön und auch schlüssig die gewonnene Erkenntnis über die zähen Märzzander ist, nur in Gewässern, die trübe sind, kommen sie so flach, wenn sich die Temperaturen beginnen zu erwärmen. Wenn es allerdings sehr klar ist und man bei 2m noch auf den Grund schauen kann, wird dies bei den lichtscheuen Zandern nicht funktionieren. Dann muss in der Dunkelheit angegriffen werden. Jedoch nur wenn die Flachbereiche nach Sonnenuntergang nicht auskühlen und unter die 4Grad Marke fallen.

Stabile, über die Nacht gehaltene 6 Grad Wassertemperatur, wären dafür ideal, um die Zander zugfreudig zu halten.

Mit Verstand fischen

Zanderangeln ist noch bis 1. April in großen Teilen des Landes (Brandenburg, Mecklenburg) erlaubt. Ich finde diese Regelung sehr praktikabel, da der Laichprozess erst ab einer Wassertemperatur von 12 Grad beginnt und bei 14 seinen Hochpunkt erreicht. So kann jeder für sein Hausgewässer oder ein Revier, welches er besucht, feststellen, wie der Stand der Dinge ist. Aktuell liegen wir Mitte März bei um die 6 Grad. Viele werden sich wundern, was das Thermometer am 1. Mai anzeigt, wo vielerorts der Startschuss in die Zandersaison fällt. Daher fischt das Team Zanderkant erst ab 1. Juni wieder gezielt auf Zander, wenn die sensible Zeit der brutpflegenden Milchner größtenteils zu Ende ist.

Für die letzten Tage im März wünsche ich allen, die raus gehen, ein dickes Petri Heil.

Es ist eine harte Angelei, aber die Belohnung ist der Traumfisch!

P.S.: Mein erlangtes Wissen gebe ich aktuell in einem kostenlosen Videocoaching weiter, um auch dir ein besseres Verständnis für die wesentlichen Dinge beim Zanderangeln zu vermitteln.

Trage dich ein und erhalte von mir regelmäßig diese Videolektionen per E- Mail.

Sebastian Hänel über: Die richtige Gewässerwahl beim Zanderangeln

Viele Angler, die in meinem gratis Videokurs angemeldet sind, berichten mir per Mail von Schwierigkeiten, welche sie mit ihren Hausgewässern haben. Sie probieren, grübeln, probieren wieder. Fragen sich, ob ihre Ausrüstung auch gut genug aufeinander abgestimmt ist. Ob ihre Köderfarbe richtig gewählt oder der Schnureinzug der Rolle passend ist.
Das Problem, warum sie nur sehr schlecht an ihren Zielfisch, den Zander, herankommen, liegt allerdings nicht am Material. Bei manchen liegt es vielleicht an der gewählten Angeltechnik. Aber das Hauptproblem ist, dass sie die falschen Gewässer befischen. Die richtige Gewässerwahl beim Zanderangeln ist eines der elementarsten Grundlagen.
Gute Zanderbestände kommen bei ganz bestimmten Bedingungen zu Stande. Wenn das Hausgewässer diese nicht hergibt, da es z.B. zu nährstoffarm und klar ist, dann ist man gezwungen sich andere Reviere zu erschließen.
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Das macht Arbeit und setzt ein gewisses Maß an Fleiß voraus. Doch es lohnt sich. Hinter jedem guten Zanderangler steht ein gutes Zandergewässer! Oder anders formuliert. Ein Angler ist nur so gut, wie seine Gewässer es zulassen.

Besonders was den Fang von Kapitalen Zander betrifft.
Ein großer Einzelfisch ist überall möglich, doch die Angler, die kontinuierlich die Großzander ans Band bekommen, haben dies zu einem sehr großen Teil ihren Revieren zu verdanken an denen sie fischen. (Ahnung von Angelmethoden und Material und Gefühl für die Köderführung vorausgesetzt)
Was dies bedeutet und wie schwerwiegend der Faktor Gewässer für den Fangerfolg bei Großzandern ist, haben mein Kollege Philipp Feist und ich Ende August in Schweden wieder eindrucksvoll in der Praxis realisiert, als wir unser Boot beim Hersteller www.scandica.se in Ullared abholten und dies gleich geschickt mit einem Angelurlaub verbinden konnten.

Die Nadel im Heuhaufen

Um diesen Ort herum existieren hunderte Seen, einer schöner als der andere.
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Doch die meisten geben kaum nennenswerte Zanderbestände her, da sie zu klar sind. Dort kann man sich mit Hechten und Barschen austoben. Zanderseen sind auch im Land der tausend Seen rar gesät.
Da wir es aber auf Zander abgesehen hatten, mussten wir selbst aktiv werden und die Nadel im Heuhaufen finden. Dazu half uns unsere jahrelange Erfahrung mit dem Wissen, dass Zander am besten in trüben und nährstoffreichen Seen gedeihen und Google-Maps. Die Meisten Seen waren von Wald umrandet. Logisch, dass hier eher weniger mit unserem Zielfisch zu rechnen war, da Wälder wie ein Filter wirken und nur klares Wasser durch die Einläufe zuströmt.
Also suchten wir nach Einläufen von größeren Flüssen oder Gewässern, die von Feldern der Landwirtschaft umgeben waren. Denn durch die Düngung werden Phosphate freigesetzt, die bei Niederschlägen durch Auswaschung des Bodens eingetragen werden. Die Folge sind Algenblüte und das daraus entstehende Zooplankton. Dieses benötigt die empfindliche Zanderbrut nach dem Schlüpfen als Nahrungsquelle. Außerdem bietet das dadurch ungetrübte Wasser einen Lichtschutz für die sehr lichtempfindliche Brut.

frei & locker zum Fisch

Wir fanden auf der Karte einen See, der ca. 40km weit weg war und von Feldern umgeben in einem Tal lag. Dieser sollte es werden! Die Expedition begann.
In Schweden ist im Gegensatz zu Deutschland alles sehr liberal und entspannt. So gibt es beispielsweise gebührenfeie öffentliche Trailerstellen mit Parkplatz ohne sinnlose Schranken.
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Angelkarten sind dort entweder bei den umliegenden Häusern zu bekommen oder in einem Kasten am Parkplatz selbst zu lösen. Alles auf Vertrauensbasis.
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In Deutschland, dem Land der Überreglementierung und des Bestimmungsirrsinns undenkbar. Denn da wäre sicherlich auf fast jedem See die Nutzung eines Verbrennungsmotors verboten oder gesondert anmeldepflichtig.

Gute Aussichten

Beim ersten Blick ins Wasser des fremden Sees waren schwebende Grünalgenpartikel sichtbar und es roch recht „fischig“. Schon schlugen unsere Zanderherzen höher.
Beim langsamen Überqueren des unbekannten Sees mit dem Echolot zeigte der Bildschirm Unmengen an Futterfisch ab 9m Tiefe an. Das spricht für eine hohe Biomasse, wie sie in allen mir bekannten, guten Zandergewässern zu finden ist. Jetzt war Suchen von spannenden Strukturen angesagt, um diese stichprobenartig mit unseren Zanderkant-Kaulis, mit denen wir schon an unzähligen Revieren erfolgreich waren, anzutesten.
Wenn man neue Gewässer erkundet, ist es wichtig Köder zu verwenden, denen man absolut ob ihrer Fängigkeit vertraut. Nur so bleibt man konzentriert. Die ersten Plätze brachten keinen Erfolg. Ein Plateau von 5m und dessen Ränder. Ein sanfter Abbruch vor einer Halbinsel und eine Uferkante vor einem flachen Strand. Ohne Biss.

Geduld und Vertrauen zahlen sich aus

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Nach gut 3 Stunden angeln schauten wir uns das gegenüberliegende Ufer an. Dazu passierten wir zwei Inseln, die mit einem 6m Plateau miteinander verbunden waren. Auf diesem flacheren Bereich lagen viele große Steine. Doch Zander waren keine da. Der Abbruch dieses Plateaus zum freien Wasser, auf der dem Wind zugewandten Seite, brachte dann bei rund 9m Tiefe den Erfolg!
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Der Beweis, dass wir mit dem neuen See, dem wir aufgrund seiner Lage eine Chance gaben, goldrichtig lagen. Denn auch ich konnte mich kurz nach dem ersten Fisch über einen kapitalen Zander freuen.
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Die Räuber standen in ihrer passiven Phase am Abfall dieser spannenden Struktur im tieferen Wasser. Vertikalangeln mit unserer 2m Rute und langsamer Präsentation des Köders war hier das beste Mittel zum Zweck und sprach die am Tage noch inaktiven Zander perfekt an. Philipp erwischte kurz vor der Dämmerung einen weiteren Großzander, der sich mächtig in unsere 2m Zanderkant-Vertikalrute hineinstemmte.
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Doch die Dämmerung war nahe und die am Tag auf der 9m Kante ruhenden Zander starteten langsam zum Jagen ins Flache. Dazu zogen sie auf das 6m Plateau zwischen den Inseln. Zum Abschluss konnte ich dort noch einen der Kapitalen stellen.
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Dieser mächtige und dunkel gefärbte Fisch muss schon einige Jahre in diesem rauen Schwedischen See auf dem Buckel gehabt haben. Er hatte kaum noch Zähne und sein Maul sah ziemlich zerzaust aus.
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Kein Platz ist dauerhaft erfolgreich, denn Zander ziehen mit dem Einbruch der Dunkelheit sehr stark umher und man muss ihnen folgen und die Fressplätze wieder mit aktiven Methoden befischen, um weiterhin am Fisch zu bleiben. Philipp wechselte vom passiven Vertikalangeln aufs aktivere Wurfangeln und montierte unseren sehr UV-Aktiven 16cm Megakauli im Dekor Reaktor. Sein übertrieben stark fluoreszierende Dekor ist besonders bei sehr schwachen Lichtverhältnissen sehr fängig. Bevor wir den Heimweg antraten, erwische er damit im letzten Büchsenlicht den letzten Zander des Abends.
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Ich habe diese Geschichte hier deshalb so detailliert erzählt, da ich einen Einblick geben möchte, wie solche geniale Fangtage entstehen. Es lag nicht an unseren sicherlich tollen Ködern, Geräten oder Boot. Die hatten nur ihren Anteil am Gelingen. Diese genialen Fänge waren nur möglich, da wir unser Wissen, welches wir über den spannenden Zander in all den Jahren an unzähligen Gewässern sammeln konnten, hier in der Praxis zur Anwendung brachten. Viel draußen zu sein, bedeutet viel zu Wissen. Daher versuche ich im gratis Videokurs auch immer das Wissen über den Zielfisch zu vermitteln, damit sich die zanderinteressierten Angler da draußen auch nachhaltig verbessern können.

Petri von der Zanderkant

Sebastian Hänel

Sebastian Hänel über: Zanderangeln im Sommer – See, Fluss, Kanal

Zanderangeln im Sommer – Die richtige Taktik ist entscheidend

Zanderangeln im Sommer mit der Spinnrute ist für viele noch immer eine knifflige Angelegenheit. Für die meisten ist der Herbst die hierfür beste Zeit um den Raubfischen nachzustellen. Dabei ist besonders der Sommer für uns eine sehr effektive Jahreszeit um unseren Lieblingen, den Zandern, auf die Kammschuppen zu rücken. Im warmen Wasser sind unsere Glasaugen recht aktiv und fressen viel, da ihr hoher Stoffwechsel nach viel Energie verlangt. Zander sind im Gegensatz zu Hechten generell sehr wärmeliebende Fische und laut Fachliteratur laufen sie bei einer Wassertemperatur von über 20 Grad erst zur Hochform auf. Das heißt aber nicht, dass sie sich besinnungslos auf jeden oder falsch geführten Köder stürzen, nur weil sie gerade sehr aktiv sind.
Je nach Sichtigkeit des Wassers sind sie dennoch ausgesprochen nachtaktiv und am Tage sehr träge und passiv. Mit entsprechender defensiver Köderführung lassen sie sich dennoch zu einem Biss verleiten. Auf großen Seen waren Philipp Feist von shop.zanderkant.de und ich kürzlich sehr erfolgreich unterwegs und konnten einige Großzander zwischen 80 und 90 Zentimetern landen. Unsere Serie kapitaler Zandern ist diese Saison besonders hoch, weil wir uns auch immer mehr auf die Standplätze und Zugrouten von schwer zu befischenden Stillwasserzandern spezialisieren.

Philipp Feist von Zanderkant fängt kapitalen Zander

Sebastian Hänel mit kapitalen Zander - erfolgreiches Zanderangeln im SommerZugpfade der Zander knacken

Das Finden der Zander an den Strukturen, die sie aktuell für den Tagstandplatz suchen, ist dafür sehr entscheidend. Je nach Schichtung des Sauerstoffgehaltes stehen sie auch im Freiwasser, was das Finden zu einer Suche macht, die der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen gleicht.
Zander in Seen stehen allerdings zur gleichen Jahreszeit auf den gleichen Tiefen wie im Vorjahr und ziehen zur aktiven Phase, die ab der Dämmerung beginnt, auf die gleichen Fressplätze. Als wir zu Besuch an einer großen Talsperre waren, befischte ich aus dieser Erfahrung heraus den gleichen Platz zur gleichen Tageszeit wie bei meinem Besuch an diesem schweren Gewässer ca. ein Jahr zuvor. Dort konnte ich Anfang Juli 2015 diesen tollen 80er Fisch auf ca. 10m Tiefe dingfest machen.Zander in Talsperre mit Sebastian Hänel

Am Abend kam ich an und wir hatten noch gute zwei Stunden bis zum Dunkelwerden. Also beschlossen wir alles auf diese Karte zu setzen und ankerten den gleichen Platz auf derselben Tiefen ab, wie im Juli ein Jahr zuvor. Diesmal fischte ich nicht mit dem 16cm Megakauli, sondern warf unseren 12cm Zanderkant-Kauli im Dekor Gürkchen immer wieder parallel die Kante vor einem Landzungenplateau entlang. Fortwährend über die gleiche Tiefenlinie, wo auch der 80er Fisch vom Vorjahr meinen „Kauli“ aufs Korn nahm.
Verrückt, aber wahr. An der gleichen Kante, nur um ca 25m versetzt, bekam ich wieder einen starken Zander in der Abenddämmerung ans Band! Diesmal stolze 84cm groß! Zander aus tiefen, dunklen Talsperren sind meist richtig kompakte Fische mit imposanter, dunkler Färbung, die sich an ihre Lebensumgebung anpasst.Großzander am Abend gefangen von Sebastian Hänel

Dieses Erlebnis bestärkt mich wieder in der Erfahrung, dass große Zander feste Fressrouten haben, wenn sie am Abend bei schwachem Licht mit dem Ziehen beginnen. Sie lassen sich daher perfekt abpassen und sogar grob voraussagen! Die Schwierigkeit besteht aber darin zu wissen, welcher Platz zu welcher Jahreszeit funktioniert. Für den Juli habe ich an diesem See einen gefunden. Im Juni funktionieren sicherlich andere Stellen mit flacherem Wasser und ab September tiefere. Da ist Fleiß und Ausdauer gefragt, um diesen Code für sein jeweiliges Hausgewässer zu knacken und den Zandern hinterher zu angeln – doch das lohnt sich.

Ruheplätze ausfindig machen

 

Am Tag nach dem Fang fischten Philipp und ich weiter auf dem Gewässer. Nun waren nicht die Fressplätze gefragt, sondern die Ruheplätze, zu denen sich Zander beim steigenden Licht der Morgensonne wieder zurückziehen. Wir mussten echt einige Stellen anfischen, die ohne Biss verliefen. Aus Erfahrung über das Verhalten von Zandern wissen wir, dass sie in Seen am Tag in der Nähe ihrer bevorzugten Fressgebiete einstellen. Je mehr Licht zu Boden fällt, desto tiefer.
Demzufolge befischten wir den Fuß eines mächtigen Steilufers, welches gegenüber einer flach auslaufenden Uferseite lag. Die Sonne stand hoch und es war keine Welle auf dem Wasser. So fischten wir unterhalb von 10 Metern, was für die Fische, bei hohem Stoffwechsel im Sommer, kein Problem mit dem Druckausgleich darstellt, wenn sie abends wieder flacher ziehen.
Dort setze ich auf den größten Köder der Zanderkant-Familie: den 16cm Megakauli im Dekor „Nachschatten“, welches sich bei sichtigen Verhältnissen als fängig bewährt hatte.
Dank Bugmotor mit Ankerfunktion konnten wir viele spannende Stellen mit der langsamen Vertikaltechnik anfischen. Der einzige Biss dieses Tages machte die ganzen Mühen wieder wett und wir konnten freudig einen weiteren Großzander, diesmal von 86cm, im Boot begrüßen.

Kapitaler Zander von Sebastian Hänel
Fleiß, Ausdauer und Glück gehören da immer mit dazu. Ohne Vertrauen in die Strategie und Köder kann das aber sehr zermürbend sein, auch mal 4 Stunden ohne Kontakt am Ball zu bleiben.
Immer wenn es darauf ankommt und ein unter großer Ausdauer erarbeiteter Biss durch die Rute fährt, muss man sich auf das System aus Haken und Köder verlassen können, um den hart erkämpften Fisch nicht im allen entscheidenden Moment zu verlieren. Unser sehr weitbogiger Zanderkant-Greifer in 6/0 leistet uns genau für diese brenzlichen Situationen einen großen Dienst und auch hier hat er den stolzen Kapitalen sicher gegriffen und auch festgehalten.Zanderkant Kauli Nachtschatten fängt erfolgreich

Sommerstrategie für den Fluss

Wir halten uns mit der Wahl unserer Gewässer aber trotz all der tollen Fänge immer flexibel, damit wir nicht „betriebsblind“ werden. So fischte ich im Juli zwei Abende an der Oder. Einem Fluss, der für viele als schwierig gilt, wenn ich von den vielen E-Mails, die mich vom Grenzfluss erreichen, ausgehe.
Hier wandte ich einfach das Wissen über meine Erfahrungen mit Flusszandern aus der recht einfachen Elbe und dem Rhein an. Befischte am Tage erst die tieferen, stark von der Strömung beeinflussten Buhnen der Außenkurve, um auf den Abend dann an flache, eher unscheinbare Plätze zu wechseln, die ziehende Zander gern zum Vollstopfen ihrer Futtersäcke aufmischen.Buhnen an der Oder zum Zandernageln im Sommer

Im Hellen erwischte ich dann zur großen Freude meinen ersten Oderzander. Klein, aber für mich immer ein Grund zur Freude an einem fremden Revier die spannende Fischart gefangen zu haben. Leider musste ich wegen eines herannahenden Gewitters das Feld räumen und konnte nicht in den Abend hineinangeln.Zanderkant Kauli Pinki fängt Zander

Beim zweiten Besuch gelang es mir dann. Nach einem kleinen Oderzander auf den Abend der ersehnte Treffer mit einem 65er Fisch, der auf voller Distanz auf den flachen Prallhang einer großen, flachen Buhne biss. Als Köder diente der 12cm Zanderkant-Kauli im Dekor „Törtelgrün“ mit UV-aktiven Rücken und dunklem Kontrast zum orangen, nicht fluoreszierenden Bauch.Zanderangeln an der Oder mit Sebastian Hänel

Ich plaudere jetzt mal aus dem Nähkästchen: Der seltsame Name „Törtelgrün“ hat nichts mit Schildkröten zu tun und stammt von einem Kameramann, der im Jahr 2005 zusammen mit Jörg Strehlow in den Elbetalauen drehte. Dieser war auch begeisterter Angler und fische in den Drehpausen immer nur mit diesem Dekor. Sein Spitzname war „Törtel“. So entstand der Name des Dekors. Damals wie heute hat diese Farbe im trüben Flusswasser und zur Dämmerung nichts an ihrer Fängigkeit verloren.

Tideelbe – Im Sog von Ebbe und Flut

 

Wo wir gleich beim Zanderangeln in Flüssen sind: Ende Juli verschlug es mich auch endlich wieder mal an die Tideelbe. Der durch Ebbe und Flut der Nordsee stark beeinflusste Bereich ist das Zanderparadies schlechthin. Auch wenn ich lang nicht dort fischte, hat dieses beeindruckende Revier nichts an seiner guten Zanderproduktivität verloren. Dies bekam ich auf den ersten Nachmittag nach der Ankunft gleich mit zwei schönen Fischen zu spüren, die auf Distanz im wirbelnden Wasser einer Prallseite beim ablaufenden Wasser bissen. Die 2 Stunden vor Ebbe sind für mich auf den Buhnen immer die Produktivsten.Flusszander mit Zanderkant Kauli Pinki gefangen von Sebastian Hänel

Hier war es wieder unser Dekor Pinki, welches die aktiven Tidezander im sehr trüben Wasser gut angesprochen hatte. 10 g Kopf hatte hier genügt, um den stromschnittigen, 12cm langen Verführer langsam und attraktiv zu präsentieren.

Zander gefangen von Sebastian Hänel in der Tideelbe
Vom Ufer ist an der Tideelbe oft eher Masse anstatt Klasse angesagt. Das finde ich allerdings nicht schlimm, da ich einen Angeltag mit anständiger Bissfrequenz und vielen kleinen und mittleren Fischen einem zähen Tag mit nur einem Biss und einem großen Fisch vorziehe. Aber da hat jeder Angler seine eigenen Ansichten und Vorlieben.
Ein Stopp an einem Platz nach dem Hamburger Hafen brachte mir allerdings einen starken Fisch ans Band, über den ich mich sehr freute. Dieser geniale Zander war allerdings der einzige Biss in der Mittagshitze dort.

Tideelbe bei Hamburg ist Zandergewässer

Diesen haben wir sogar als Livebiss mit Wurf auf Video bannen können, da ich gerade ein Fluss-Spezial für alle flussbegeisterten Teilnehmer meines gratis Onlinekurses produziere. Ihr dürft also gespannt sein.

Kanalzander im Fokus

 

Selbiges habe ich auch über das für viele sehr heikle Thema Kanalzander vor. Dazu filmten wir ein von mir zu diesem Zwecke abgehaltenes Seminar zum Thema Zanderangeln am Kanal. Der Nordostseekanal ist hierfür geradezu prädestiniert. Aufgrund von trübem, nährstoffreichem Wasser ist die Population stark und die Zanderbrut kommt in hohen Stückzahlen auf. Das bedeutet bei der richtigen Handhabe und Anwendung von der passenden Platzwahl und Technik eine hohe Bissfrequenz. Was für einen „Tocksüchtigen“ wie mich jede Menge Spaß und vor allem kurzweiliges Zanderangeln besonders im Sommer bedeutet.

Die Größe der Zander liegt im überschaubaren Küchenmaß von rund 50 bis 55cm. Das ist übrigens in allen Revieren, wo Zander durch günstige Bedingungen dazu in den Lage sind Überbestände zu bilden, der Fall. Die Population verjüngt sich aufgrund von hohem Fraßdruck auf das Futteraufkommen im Mittelbau sehr stark und schwankt in Zyklen von bis zu 6 Jahren. Aber das führt hier zu weit.
Zusammen mit dem Vereinsmitgliedern des ASV Breiholz-Haale konnten wir von 14 bis 18 Uhr immerhin 10 Zander und zwei Barsche fangen. Unser freche 9cm Juniorkauli im Dekor „Pinki“ war hier im mitteltrüben Kanalwasser, welches alle 20 min von großen Ozeanrießen durchquert wird, der absolute Abräumer und brachte mir sogar einen für den Kanal besseren Zander ans Band.Zander im Kanal gefangen von Sebastian Hänel im Nord-Ostsee-Kanal

Nord-Ostsee-Kanal Zander gefangen von Sebastian Hänel mit Zanderkant Kauli Tock am NOK, mehr kann man du diesem genialen Revier nicht sagen. Wer das harte Angeln an der zum Teil fiesen Steinschüttung einmal raus hat und weiß, wie er den Köder am 10g Köpfchen heranführen muss, der kann sich wirklich auf schöne Stunden auf dem Packlager freuen. Ich bin jedenfalls sehr gern in diesem Gebiet zugegen, komme aber auch an unseren schwierigeren Kanälen wie dem Mittalandkanal zurecht, wo ich kürzlich auch für Aufnahmen zu einem Kanal-Spezial meinen „Junior“ erfolgreich vors Packlager schwang. Dazu später mehr an anderer Stelle.Sebastian Hänel fängt an Mittellandkanal Zander

Wenn ich die Herausforderung an verschiedenen Revieren suche, dann geht es mir dabei nicht um den Fang eines möglichst großen Fisches. Die hatte ich in meinem Leben schon bis zur magischen Marke von 1,02m ausgeweitet. Mehr besteht meine Philosophie des Zanderangelns mit der Spinnrute darin, diese spannende Fischart auch in neuen, oft schwierigen Gewässern zu erwischen. Jeder Zander muss gekonnt überlistet werden. Der Kapitale ist ein Bonus. Darin besteht der Reiz für mich. Das Fachwissen, welches ich in all meinen Veröffentlichungen versuche zu vermitteln zielt auch darauf ab – Zielfisch verstehen und gezielt überlisten. Wie du siehst der Sommer ist heiß! Egal ob See, Fluss oder Kanal. Rausgehen und sich an den Zander anpassen ist das Geheimnis. Dann klappt´s auch mit dem „Tock“. Viel Erfolg beim Zanderangeln im Sommer.

Herzlichst – Ihr Sebastian Hänel-

P.S.: Solltest du noch nicht Teilnehmer meines kostenlosen Videocoachings sein, dann trag dich hier ein.

Sebastian Hänel über: 2. Zanderkant Festival Elbe 2016

Am letzten Juniwochenende fand in der niedersächsischen Elbtalaue das zweite Zanderkant Festival statt. Die 15 freigegebenen Plätze waren schnell intern ausgebucht und so fieberten alle Teilnehmer, die quer aus dem Land und sogar aus der Schweiz und Luxemburg anreisten, dem drei tägigen Intensivseminar entgegen.

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Wie immer sind die Erwartungen an die Fangerfolge immer sehr hoch. Da Zander aber oft recht unbeständig beißen, ist der Vorteil eines drei tägigen Events immer der, mindestens eines der Fressfenster zu treffen. Das Jahr 2016 ist wettertechnisch sehr wechselhaft und im Juni rollten fast täglich Gewitter über uns hinweg.

Das erste Fischen nach der Anreise am Freitagnachmittag diente auch in diesem Jahr einer Bestandsaufnahme über die Entwicklungsstadien und Fähigkeiten im Umgang mit Fluss und Spinnrute. Da die meisten Teilnehmer aus dem internen Kreise des Zanderkant-Manifestes stammen, war die Gruppe recht fit und befischte die ersten Plätze nach kurzer Einweisung sehr souverän und selbstsicher.  Und das trotz heißer, schwüler Luft -am Himmel kündigte sich bereits das erste Hitzegewitter am Horizont an. Zwei Hechte konnten bis dahin von Norbert aus Luxemburg und Devin aus Sachsen Anhalt gelandet werden. Zwei Zanderbisse gingen als nicht verwertet in die „Wertung“.

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Das Gewitter ging herunter als wir alle gemeinsam beim Abendessen saßen. Nach dem Guss stabilisierte sich die Luft wieder und ich war guter Dinger, am Abend an flachen Buhnen ein paar Fische an den Teilnehmer zu bekommen. Das gelang Thomas, der mit dem ersten Zander des Festivals den Einstieg schuf. Petri

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Auch Devin schlug zu und konnte auf einen 9cm Zanderkant Juniorkauli einen großen Rapfen landen. Was für ein starker Fisch!

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DSC_0250Der nächste Tag startete mit einem ausgiebigen Frühstück in der Runde und ging dann im Seminarraum mit dem zweistündigen Diavortrag zum Thema Flusszander, ihrem Verhalten und wie wir dieses anglerisch nutzen können, weiter.

Nach dem Mittagessen dann auf zur Elbe. Das Wetter war sehr unbeständig und ständig standen dunkle Gewitterausläufer am Horizont. Auch wenn wir von Regen verschont blieben, hatten die Zander absolut keine Reaktion gezeigt.

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Die Luft war drückend und machte selbst uns motivierte Angler träge und müde. Einen Fisch der ganz zaghaft biss, ging im Drill auf halber Strecke verloren und ein Kapitaler ebenso. An solchen Tagen ist leider, trotz großer Anstrengungen, nichts zu machen. Als am Abend das Essen an den Buhnen serviert wurde, war das Wetter wieder besser und vor allem der starke Wind endlich weg, die Beißlust der Zander kam aber erst am Sonntag wieder in Wallung.

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Sonntag war das Wetter heiter und zum Glück wieder beständig.

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Die Bisse begannen zaghaft und von den ersten beiden im Drill verlorenen Zandern, blieben leider nur die markanten Bissspuren im weichen Gummi übrig.

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Zum Mittag dann der erste Zander. Zum Nachmittag gesellten sich dann noch 3 weitere Zander dazu und 3 gingen leider im Drill verloren.

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Viele Teilnehmer reisten leider schon Sonntagmittag ab, sodass wir die gute Fressphase der Zander, deren Hochpunkt am Nachmittag erreicht war, nur noch mit wenigen Anglern angehen konnten, die aber dann alle Kontakt zum Zielfisch hatten.

Es ist immer sehr spannend zu beobachten, wie stark sich Aktivität und Beißverhalten von Zandern nach der Wetterlage richten und dies dann mal ausgiebig über drei Tage beobachten zu können.

Das Zanderkant Festival 2017 könnte diesmal am NOK stattfinden. Die Sondierungen dazu laufen.

Petri von der Zanderkant

Sebastian Hänel

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