Herbsterwachen auf der Zanderkant

Wer das ganze Jahr und auch in verschiedenen Gewässern, regelmäßig und unabhängig von der Jahreszeit, seine Zander fangen will, der muss die Zusammenhänge zwischen Natur und dem Verhalten bzw. Gewohnheiten seines Zielfisches verstehen und seine Vorgehensweise anpassen. In den letzten Wochen erlebten wir einen Umschwung. Plätze, die kürzlich noch viele Fische brachten, scheinen jetzt zu versagen. Der Herbst zählt bei den meisten Raubfischanglern als die beste Zeit des Jahres, um den Räubern nachzustellen.
Für den Zander trifft diese Aussage aber nur bedingt zu, da dieser Fisch Wärme liebt und mit Rückgang der Wassertemperaturen seine Aktivtäten und daher auch seinen Bedarf an Futter reduziert. Das wird insbesondere in den Flüssen und Kanälen deutlich. Hier fallen die Beißphasen der Zander nun deutlich kürzer aus. Dort, wo das Wasser im Herbst durch den Rückgang von Plankton klarer wird, verlagert sich die Fressphase unserer lichtempfindlichen Räuber auf die Dämmerung bzw. Nachtstunden.

Eine deutliche Verbesserung der Zanderbeißlage am Tag erleben wir nun allerdings in weitläufigen Seen und tiefen Talsperren. Dort sammeln sich mit Abnahme der Temperaturen die Fische zu größeren Trupps zusammen und stellen sich an tieferen Plätzen am Grund ein. Dort lassen sie sich, mit etwas Gewässerkenntnis oder mit Suchen, gut am Tage stellen. Wichtig dabei ist das Finden der richtigen Tiefenlinie und wie man diese auch vom Ufer aus erreicht, wenn das bequeme Angeln vom Boot nicht möglich ist.

Lichtflucht

Das unsere Stachelträger dann auch auf die Köder reagieren, hängt mit dem geringen Lichteinfall in größeren Tiefen zusammen. Wo Fluss und Kanalzander aufgrund der begrenzten Wassertiefe nicht vorm Licht flüchten können, haben Seezander die Möglichkeit nun auf größere Tiefenbereiche auszuweichen. Je mehr Licht durchs Wasser dringen kann, desto weiter tauchen die Glasaugen ab. Dies bedeutet, umso mehr Sonne und je klarer das Wasser, desto weiter unten muss der Köder angeboten werden. Wer nun die zum jeweiligen Gewässer passende Tiefenlinie findet, auf der die Zander am Tage stehen, der kann mit etwas Ausdauer und Glück schöne Tiere, auch in schwierigen Revieren, fangen. Und das auch vom Ufer aus!

Sauerstoff kehrt zurück

Mit der Abkühlung vermischen sich die oberen Wasserschichten in Seen wieder mit den tieferen. Dadurch verteilt sich der Sauerstoff nun auch wieder gleichmäßiger und die sommerlichen Sprungschichten werden aufgelöst. Tiefen, die die Zander im Sommer wegen dieser Schichtungen nicht aufsuchen konnten, werden nun langsam wieder lebendig. Dies sollte man wissen, um seinen Hotspot im Herbst zu finden. Zander sind immer in Bewegung und wir Angler müssen es auch bleiben. Wir sollten uns NIE auf unsere bekannten Stellen, die aktuell Fische bringen, längere Zeit verlassen.
Wo man im Sommer noch Fische fing, sind jetzt keine mehr. Immer am Zander zu bleiben ist und bleibt eine große Kunst für alle Petrijünger, die kontinuierlich und zu jeder Jahreszeit Fische fangen möchten.

Ich hoffe, dass dieser Artikel Dir für deine zukünftige Entscheidungen am Wasser ein paar richtungsweisende Denkanstöße geben konnte.

Ein herzliches Petri Heil – Sebastian Hänel

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4 Idee über “Herbsterwachen auf der Zanderkant

  1. Matthias sagt:

    Hey Sebastian,
    ich fange leider auch nur gelegentlich mal den ein oder anderen Zander und würde gern an deinem Coaching teilnehmen.
    Mein Revier ist die Elbe im Norden von Sachsen Anhalt. Seit ca. 2 Jahren versuche ich mich auf Zander zu spezialisieren. Daher freue ich mich auf alles wissenswerte.
    Beste Grüße

  2. Martin sagt:

    Hey Basti,

    erstmal riesen Dank das du soviel Zeit und deine ganze Erfahrungen mit uns Petrijüngern teilst. Ich folge Dir jetzt knapp drei Jahre und hab wahnsinnig viel gelernt. Konnte auch schon gut Zander fangen, was ich ohne deine Wissensteilung nicht geschafft hätte!
    Trotzdem würde ich gern mal ein Guiding machen um vielleicht auch schon sich eingeschliffene Fehler zu neutralisieren. Ich beschäftige und beobachte mich auch mit anderen Profianglern, aber keiner ist so authentisch. Die entwickeln teure Ruten und fischen diese dann selbst nicht mal!Ich angle fast nur ausschließlich mit euren Produkten, also kann es nicht am Material liegen. Da hab ich schon sehr viel Vertrauen gesammelt. Irgendwie tu ich mich trotzdem noch etwas schwer mit Platzwahl und auch bei der Köderführung und Kontakt/Gefühl ist ein Defizit vorhanden. Auch wenn ich jedes Video schon 5 mal geschaut hab und es schon gut am Wasser umsetze, geht dieses Unsichheitsgefühl nicht weg. Wie schon gesagt würde ich gern mal ein Guiding bei Dir machen, da für mich kein andere Zanderangler in Frage kommt!

    Petri Heil
    Martin

  3. Jens sagt:

    Hallo Sebastian, ich hoffe, Du hast Dich vom Stress der letzten Tage (Angelmesse Magdeburg und Berlin) etwas erholen können, denn Erholung ist enorm wichtig! Die Zanderkant-Geschichte nimmt ja, auch Dank Deiner Interventionen und ehrlichen Coachings, nun so richtig Fahrt auf und die Teilnehmerzahl wächst und wächst. Dass Du uns so offen Deine Tricks und Kniffe aus jahrzehnter langer Erfahrungssammlung erzählst – Respekt und Hut ab! Da verneige ich mich ganz ehrlich vor Dir! Aber bedenke, bei all der Dynamik von Zanderkant, man kann nicht immer allzeitig und überall sein. Popularität bedeutet nicht immer, glücklich zu sein! Gesundheit ist ein Gut, dass man sich nicht erkaufen kann, daher meine freundschaftliche Bitte/medizinischer Rat: Tritt etwas auf die Bremse und gönne Dir Auszeiten!
    Schließlich will ich noch viele Jahre mit Dir und Deiner Zanderkant-Geschichte erfolgreich am Wasser sein.

    Mit wachsamen Augen Grüße von der Lausitz-Kante

    Jens

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