Herren des Freiwassers

Nicht nur am Grund geht’s rund! Besonders in Seen mit extremen Wassersäulen, wo 20 oder gar 30m Tiefe keine Seltenheit sind, neigen Großzander dazu vereinzelt im Freiwasser herum zu geistern. Wer frühes Aufstehen nicht scheut und sich gern dem Experiment stellt, seine Köder im oberen Drittel des Wasserkörpers monoton durchzukurbeln, der kann sein blaues Wunder erleben. Besonders morgens, wenn das orange Licht der steigenden Sonne die Landschaft flutet, stehen die Chancen auf einen Zanderbiss bei dieser ungewöhlichen Technik ganz gut.
Philipp Feist erlebte beim gezielten Hechtangeln mit einem Großgummi im Freiwasser einen seiner wohl spektakulärsten Fänge. Der Köder war schon zu sehen, da schob sich ein Schatten an den Köder, der diesen auf Sicht wegzog! Der 6/0 Greifer griff unter der harten Knochenplatte des Oberkiefers und brachte den 95cm Fabelfisch in den Kescher! Der Wahnsinn!

Angespornt von diesem Erlebnis versuchte ich es am nächsten Morgen allein und schmiss meinen 16cm Megakauli seelenlos aber motiviert über die Freiflächen des Sees. In der Nähe befand sich eine Landezunge, doch ich warf im tiefen “Niemandsland”, vor dieser Struktur umher. Bis knapp vor 09:30 tat sich nichts und ich tat Philipps Ausnahmefisch als glücklichen Zufallsfang ab. Aber Zander zeigen aus der Erfahrung heraus bestimmte Muster, aus der sie, einmal entdeckt, recht treffsicher zu berechnen sind.

Also blieb ich dran und fischte, je höher die Sonne kam, schwerer und damit tiefer. Mittlerweile lief mein Köder wohl auf 6m. Dann der Einschlag! Mit zittrigen Knien führte ich nach hartem Drill den Trümmerzander über den Kescher, der ihn gerade so fasste. Auch 95cm!
Nur einen Morgen später noch so einen Fisch dingfest gemacht zu haben ist einzigartig in der Geschichte des Team Zanderkant. Es gelang durch eine Verkennung, von frisch gewonnener Erkenntnis, unermüdlicher Ausdauer und Glück, welches beim Angeln immer zu einem gewissen Teil dazu gehört.

Steigt die Sonne weiter stellen sich die Zander wieder tief ein und verbringen den langen Tag recht passiv. Erst zum Abend, mit schwindendem Licht werden sie wieder aktiv und beginnen damit flach zu ziehen. Manchmal aber erst wenn es tatsächlich richtig dunkel ist!

Herren des Freiwassers: 95cm Zander beim gezielten Hechtangeln gelandet

 

Herren des Freiwassers: weitere 95cm Wahnsinn!
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